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28.02.2020 - Ausgabe Nr. 1577

Tourismusbilanz der NÖ Gemeinden: Schwechat überholt Baden



Im vergangenen Jahr hat der NÖ Tourismus gegenüber 2018 ein Nächtigungsplus um 258.000 oder 3,5 % auf fast 7,7 Millionen Übernachtungen erzielt und damit eine neue Rekordmarke geschrieben. Die landesweite Bilanz setzt sich freilich aus zum Teil sehr unterschiedlichen Ergebnissen zusammen. Einige interessante Zahlen, die die Statistik Austria erhoben hat, hat sich der NÖ Wirtschaftspressedienst im Detail angesehen. Ein bemerkenswertes Resultat vorweg: Schwechat hat den langjährigen Spitzenreiter im NÖ Tourismus, die Kurstadt Baden, überholt und ist jetzt im landesweiten Gemeinde-Ranking die neue Nummer 1.

Waldviertel: Moorbad Harbach hat mit rund 233.900 Nächtigungen ein um 2,9 % schwächeres Ergebnis erzielt als 2018, bleibt aber mit Abstand größte Tourismusgemeinde in der Region. In anderen Waldviertler Kommunen sind die Übernachtungszahlen erfreulich gestiegen: Groß Gerungs (+1,7 % auf 97.400), Gmünd (+ 13,4 % auf 82.600), Langenlois (+ 1,4% auf 62.900), Rastenfeld (+ 2,3 % auf 38.100), Bad Großpertholz (+ 20,1 % auf 35.800), Horn (+ 33,8 % auf 28.400) und Litschau (+ 2,4 % auf 28.300).

Weniger gut abgeschnitten haben Ottenschlag (- 1,2 % auf 68.500 Übernachtungen), Zwettl (- 7,2 % auf 67.800), Gars am Kamp (- 1,3 % auf 65.300) und Bad Traunstein (- 3,6 % auf 64.500).

Weinviertel: Bad Pirawarth - die größte Tourismusgemeinde im nordöstlichen Niederösterreich - musste 2019 bei den Übernachtungszahlen gegenüber der Vorperiode einen leichten Rückgang um 0,4 Prozent hinnehmen und hält nun bei 110.600. Hingegen zählt Laa/Thaya mit einem Plus von 0,9 Prozent auf 76.200 Übernachtungen zu den Gewinnern des abgelaufenen Tourismusjahres. Ebenfalls beachtlich sind die Ergebnisse von Bisamberg mit einem Nächtigungszuwachs um 17,1 % auf 60.300 sowie von Stockerau (+ 8,5 % auf 42.900 Übernachtungen), Retz (+ 3,5 % auf 34.200), Poysdorf (+ 6,0 % auf 34.100) und Hollabrunn (+ 35,3 % auf 23.700). Weiter im Sturzflug befindet sich Groß-Enzersdorf (- 28,2 % auf 16.300 Nächtigungen).

Wienerwald und Wiener Umland: Dank seiner Flughafen-Hotels ist Schwechat ein gewaltiger Sprung um 35.000 oder 8,1 Prozent auf fast 466.000 Nächtigungen geglückt, womit die Brau-Stadt die Spitzenposition im NÖ Gemeinde-Ranking erklommen hat. Auch in der bisher nächtigungsstärksten Tourismusgemeinde, der Kurstadt Baden, geht es weiter aufwärts. Im Vorjahr erreichte Baden 444.200 Nächtigungen - ein leichter Anstieg um 0,5 Prozent.

Südlich von Wien gut gelaufen ist es im Vorjahr in Vösendorf (+ 7,6 % auf 287.100 Nächtigungen), Guntramsdorf (+ 10,9 % auf 74.200), Brunn am Gebirge (+ 309,6 % auf 69.200) und Gumpoldskirchen (+ 3,4 % auf 43.400), nicht gut für Bad Vöslau (- 0,6 % auf 125.800).

Wiener Alpen in Niederösterreich: Bad Schönau, bei den Übernachtungszahlen das touristische Zugpferd im Süden Niederösterreichs, hat im Vorjahr knapp 238.000 Nächtigungen erzielt - ein signifikantes Wachstum um 12,7 Prozent. In starkem Aufwind auch die Stadt Wiener Neustadt, die die Zahl ihrer Nächtigungen um 17,7 Prozent auf 162.300 steigern konnte. Unter den Gewinnern auch Puchberg am Schneeberg (+ 7,4 % auf 80.000 Übernachtungen), Semmering (+ 12,6 % auf 48.000) und Kirchberg am Wechsel (+ 0,3 % auf 36.200).

Unter den prominenten Verlierern in der Tourismusregion Wiener Alpen finden sich Reichenau an der Rax (- 0,6 % auf 136.900 Nächtigungen), Grimmenstein (- 37,0 % auf 51.300) und Bad Erlach (- 3,3 % auf 41.500).

Mostviertel: Mit Hilfe des Zugpferds JUFA-Hotel auf dem Hochkar hat die Gemeinde Göstling/Ybbs anscheinend endgültig den Turnaround geschafft, denn sie hat 2019 einen weiteren Anstieg um einen Prozentpunkt auf 118.300 Nächtigungen verbucht. Zu den Gewinnern im Mostviertel zählen außerdem Gaming (+ 6,8 % auf 82.600 Übernachtungen), Herzogenburg (+ 7,9 % auf 41.300) Altlengbach (+ 0,7 % auf 40.300 Übernachtungen), St. Valentin (+ 0,9 % auf 40.100), Neuhofen an der Ybbs (+ 6,9 % auf 33.600) sowie Mitterbach am Erlaufsee, das die Zahl seiner Nächtigungen im Vorjahr um 5,0 % auf 29.000 steigern konnte. Auch die Messestadt Wieselburg hat ein Wachstum um 11,1 % auf 23.600 Übernachtungen erreicht.

Mäßig abgeschnitten haben hingegen Annaberg (- 0,4 % auf 61.300 Übernachtungen), Lunz am See (- 2,0 % auf 41.000) und Kleinzell (- 10,6 % auf 36.500).

Größte Tourismusgemeinde im Mostviertel ist die Landeshauptstadt St. Pölten, die 2019 einen Anstieg um 7,9 % auf 188.000 Nächtigungen erreichen konnte. Waidhofen/Ybbs, die zweite Statutarstadt in der Region, hat im Vorjahr mit 31.300 Übernachtungen ein um 4,8 % besseres Ergebnis als 2018 erzielt. Amstetten dagegen hat bei den Nächtigungen 2,8 % verloren und hält nun bei 40.500.

Donau Niederösterreich: In dieser NÖ Tourismusdestination hat es im Vorjahr bei der Nächtigungsbilanz viele Gewinner gegeben. Darunter ist die Stadt Krems mit 256.500 Übernachtungen und einem Zuwachs von 3,1 %. Am Fluss positiv bilanzieren u.a. auch Klosterneuburg (+ 5,3 % auf 116.500 Nächtigungen), Melk (+ 6,9 % auf 78.900), Rossatz-Arnsdorf (+ 0,1 % auf 40.100), Fischamend (+ 18,6 % auf 37.500) und Pöchlarn (+ 11,2 % auf 27.600).

Geschwächelt haben im Tourismusjahr 2019 an der Donau die Stadt Tulln (- 2,1 % auf 113.700 Übernachtungen), Spitz (- 4,4 % auf 65.300), Bad Deutsch-Altenburg (- 0,6 % auf 61.000), Weißenkirchen in der Wachau (- 7,9 % auf 53.500), Dürnstein (- 6,1 % auf 52.600) und Emmersdorf (- 8,2 % auf 40.600). (mm)

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