//
19.04.2019 - Ausgabe Nr. 1533

NÖ Industrie ist im hügeligen Konjunkturgelände auf und ab unterwegs



Vor dem Hintergrund der Meldung, dass sich die Wirtschaft in Österreich derzeit besser entwickle als in Deutschland, hat die NÖ Industriellenvereinigung (IVNÖ) das Ergebnis ihrer Konjunkturumfrage für das erste Quartal 2019 bekannt gegeben. Demnach ist zwar bei der Beurteilung der gegenwärtigen und künftigen Wirtschaftsentwicklung das Konjunkturbarometer vom vierten Quartal 2018 um rund acht Punkte von +21,4 auf +13,5 Punkte gesunken, es überwiegen jedoch noch klar mehrheitlich jene Betriebe, die ihre aktuelle Geschäfts- und Auftragslage als „gut“ bezeichnen.

„Die für rund 240.000 Arbeitsplätze in der niederösterreichischen Industrie maßgebenden aktuellen Auslandaufträge sind nach dem deutlichen Rückgang im letzten Quartal 2018 stabil geblieben“, erklärte IVNÖ-Geschäftsführerin Michaela Roither. Jedenfalls sieht sie „noch keine Rezession in naher Zukunft.

Und was den Beschäftigtenstand betrifft, konnte der Bewertungssaldo um 16 Punkte von -14 auf +2 Punkte verbessert werden. „Damit liegt er seit dem Sommer 2018 erstmals wieder im positiven Bereich“, so Roither. 52 Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit einem gleichbleibenden Personalstand, 24 Prozent wollen im zweiten Quartal zusätzliche Arbeitsplätze mit neuen Mitarbeitern besetzen.

Als wichtige Maßnahmen zur Wirtschaftsförderung und zur Stärkung des Industriestandorts hebt Roither das neue Arbeitsgesetz und die beschleunigten Genehmigungsverfahren für Infrastrukturprojekte hervor. „Und wenn die angekündigte Steuerreform rasch kommt“, sagt sie, „könnte Österreich mit hoher Wahrscheinlichkeit aus eigener Kraft eine Rezession vermeiden“. Allerdings will sie dazu auch die steuerliche Entlastung des Faktors Arbeit und die Senkung der Körperschaftssteuer möglichst rasch umgesetzt wissen.

Nicht so rosig hingegen schaut es beim Fachkräftemangel, den Verkaufspreisen und der Ertragslage aus. Vor allem in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) sucht man qualifizierte Leute. Solche werden von manchen Unternehmen sogar schon vorbeugend angestellt.

Bei den Verkaufspreisen in den nächsten drei Monaten hat sich die Stimmung deutlich verschlechtert, um 14 Punkte von +3 auf -11. Als Grund gelten vor allem steigende Rohstoffpreise und geringere Preisspielräume bei einer verhaltenen Nachfrage auf vielen Märkten.

Die Geschäftslage in sechs Monaten wird mit einem 2-Punkteverlust von -3 auf -5 bewertet und die Ertragslage differenziert. Im ersten Quartal 2019 nämlich sank der Saldo um 11 Punkte von +19 auf +8. In sechs Monaten hingegen rechnet man mit einem Zugewinn von acht Punkten, von -21 auf -13.

Zwar rechnen 69 Prozent der befragten Unternehmen mit einer gleichbleibenden Ertragssituation im nächsten halben Jahr, mehr als jedes fünfte Unternehmen (22%) geht jedoch von einer Verschlechterung aus. Nur neun Prozent erwarten in den nächsten Monaten Erträge, die besser sind. (mü)

http://www.iv-niederoesterreich.at

http://www.noeindustrie.at

Artikel teilen:

© 2019 - www.wirtschaftspressedienst.at
Donau Media Wirtschaftsverlag 1984 GmbH | Bahnstraße 6 | 2104 Spillern