//
4.03.2016 - Ausgabe Nr. 1372

Erfolgreicher Start der Drogistenlehrlinge dank bester Lernunterlagen



Drogisten sind gefragt. Vor allem, weil die Lehrlinge eine gut fundierte Ausbildung bekommen, berichtet die Branchenobfrau in der NÖ Wirtschaftskammer, Barbara Kremser, dem NÖ Wirtschaftspressedienst. „Seit kurzem“, sagt sie, „gibt es eine von der Bundeswirtschaftskammer herausgegebene Lernunterlage, die zur Qualitätssicherung und zur Vereinheitlichung dient. Damit niemand behaupten kann, er könne sich das nicht leisten, zahlt das Landesgremium diese Unterlage, die 150 Euro kostet.“

Darüber hinaus hat Barbara Kremser in Niederösterreich für ihre Schützlinge eine so genannte Siegermappe entworfen. „Auf rund 60 Seiten sind hier die wichtigsten Fragen, die bei der Lehrabschlussprüfung gestellt werden, samt der richtigen Antwort aufgelistet. So sind die Lehrlinge bestens vorbereitet, auch wenn die Fragen dann nicht 1:1 kommen“, ist die Obfrau stolz. Noch vor wenigen Jahren seien bis zu 65 Prozent der Kandidaten durchgefallen. Mit den vorhandenen Unterlagen sei das heute nur ab und zu der Fall.

Aber auch das Engagement der Ausbildner sei entscheidend, dass die jungen Leute motiviert werden. „Ich habe einen guten Kontakt zu den Schulen, oft bin ich mit den Lehrlingen auf Exkursionen unterwegs und dann erfahre ich viel, etwa auf der Busreise, was ihnen wichtig ist“, sagt Kremser. Das mag auch ein Grund dafür sein, dass die Drogisten nicht über mangelnde Lehrlingszahlen klagen. „Wir sind sehr gut aufgestellt und haben ausreichend Interessenten. Das ist auch wichtig, denn den Lehrberuf aufzuwerten, ist eine Aufgabe, die stets aktuell ist“, so die Obfrau.

Und sobald die Lehrlinge ihre Lehre abgeschlossen und einiges an Berufserfahrung gewonnen haben, können sie - zumindest in Niederösterreich - immer wieder ein bereits bestehendes Drogistengeschäft übernehmen. „Die Nachfolge ist in unserer Branche eines der größten Probleme“, so Kremser. „Leider wollen sich viele junge Leute dies nicht mehr antun, denn einen Betrieb zu übernehmen erfordert viel Einsatz, Ferienzeiten gibt es zumindest in der ersten Zeit wenig.“

Auch die Bürokratie schreckt viele ab. Immer wieder würden neue Verbote auf die Drogisten zukommen. Beispielsweise wird die Abgabe von bestimmten Chemikalien eingeschränkt oder verfügt, dass Pflanzenschutzmittel in gewissen Mengen nicht mehr verkauft werden dürfen.

Punkten kann der Drogist vor allem gegenüber dem immer stärker werdenden Internethandel mit dem Service und dem persönlichen Kontakt. Dazu führt die Branchenexpertin ein Beispiel an: „Eine Kundin, die ich schon lange kenne, kommt zu mir ins Geschäft und sagt, sie hätte sich über ein bestimmtes Produkt im Internet informiert, das wolle sie jetzt bei mir kaufen. Ich sage ihr, dass ich ihr das Produkt zwar verkaufen kann, aber davon abrate, weil ich weiß, dass sie davon sicher Verstopfung bekommen wird.“ (jm)

http://wko.at/noe/drogerie-parfumerie

Artikel teilen:

© 2020 - www.wirtschaftspressedienst.at site
Donau Media Wirtschaftsverlag 1984 GmbH | Bahnstraße 6 | 2104 Spillern