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30.12.2016 - Ausgabe Nr. 1415

Niederösterreichs Unternehmen brauchen mehr Investitionsanreize



Obwohl Niederösterreichs Unternehmen 2017 eine stabile Geschäftsentwicklung und Auftragslage erwarten, stehen sie bei den Investitionen auf der Bremse. „Nur zehn Prozent der niederösterreichischen Betriebe wollen ihr Investitionsvolumen aufstocken“, erklärt Christoph Schneider, Leiter der Wirtschaftspolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Er verkündet damit ein zentrales Ergebnis aus der aktuellen Wirtschaftsbarometer-Umfrage, in deren Rahmen 425 niederösterreichische Firmen über ihre Konjunkturerwartungen Auskunft gegeben haben.

Laut Schneider will der überwiegende Teil der Unternehmen in Niederösterreich lediglich Ersatzinvestitionen vornehmen, fast ein Drittel überhaupt keine - u.a. deshalb, weil man wegen „allgemeiner Unsicherheit“ darauf verzichte. „In Niederösterreich besteht eine große Investitionslücke“, stellt Schneider fest. Er beziffert sie in der Größenordnung zwischen 250 und 300 Millionen Euro.

Diese Zahlen lassen bei Josef Breiter, Vizepräsident der NÖ Wirtschaftskammer, die Alarmglocken schrillen. „Wir brauchen unbedingt neue Investitionsanreize. Denn ob und wie viel in nächster Zeit investiert wird, ist ganz entscheidend für die weitere wirtschaftliche Entwicklung, für unser aller Wohlstand und das gesellschaftliche Klima“, betont er. Zwar sei die Investitionszuwachsprämie „eine gute Sache“, als Konjunkturmotor jedoch zu schwach.

Um die dringend notwendigen Investitionen zu stimulieren, schlägt Breiter daher vor, den Körperschaftssteuersatz von derzeit 25 auf 20 Prozent zu senken. „Damit stärken wir die Investitionskraft und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen“, meint er. Weiters drängt der NÖ Wirtschaftskammer-Vizepräsident auf eine Abschreibung für Neuinvestitionen in Höhe von 50 Prozent sowie auf die Erhöhung der sofortigen Abschreibung für geringfügige Wirtschaftsgüter von derzeit 400 auf 1.500 Euro. (mm)

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