13.04.2018 - Ausgabe Nr. 1481

Billige Kopien bedrohen den wirtschaftlich erfolgreichen Marchfeldspargel



Bei der Vermarktung von Qualitätserzeugnissen aus der niederösterreichischen Landwirtschaft hat in den vergangenen Jahren der Spargel eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte geschrieben. Das längliche Gemüse, von dem in Niederösterreich 580 und davon allein im Marchfeld 475 Hektar angebaut werden, ist bei Feinschmeckern mittlerweile dermaßen beliebt, dass es sich schon zu einem beachtlichen Wirtschaftsfaktor entwickelt hat. Heuer rechnen die Spargelbauern im Marchfeld mit einer Erntemenge zwischen 1.600 und 1.700 Tonnen. Davon werden die Hälfte über den Lebensmittelhandel sowie jeweils ein Viertel Ab Hof und in der Gastronomie abgesetzt.

Der Marchfeldspargel ist ein Qualitätsprodukt und EU-weit geschützt. Doch manch deklarierter Spargel aus dem Marchfeld entpuppt sich als Mogelpackung. „Leider tauchen auf Märkten in Wien, Graz und Salzburg immer wieder Spargel auf, die als Marchfeldspargel angepriesen werden, aber in Wahrheit billige Importware aus Ungarn, der Slowakei oder Polen sind“, klagt Gerhard Sulzmann vom Bund der Marchfelder Spargelgüter im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Für die 17 Mitgliedsbetriebe der Qualitätsvereinigung aus dem Bezirk Gänserndorf seien diese „Trittbrettfahrer“ ein ernstes Problem.

Unterstützung im Kampf gegen die Rosstäuscher kommt aus Tulln. An der dortigen Abteilung für Analytische Chemie der Universität für Bodenkultur forscht der Univ-Prof. Thomas Prohaska an Verfahren zur Herkunfts- und Echtheitsbestimmung von Lebensmitteln. Mit Hilfe einer Isotopenanalyse kann der Experte hieb- und stichfest nachweisen, ob der von ihm untersuchte Spargel wirklich aus dem Marchfeld, oder doch in Wahrheit aus einem Feld irgendwo in der ungarischen Tiefebene gezogen worden ist. „Die Rückverfolgbarkeit der Herkunft von Lebensmitteln muss fälschungssicher und nachvollziehbar sein“, betont Prohaska. Nur so könne auch das Vertrauen der Konsumenten gewährleistet werden. (mm)

www.marchfeldspargel.at

www.boku.ac.at/chemie/ac/wac.html


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