2.11.2018 - Ausgabe Nr. 1509

Medizinlogistik-Firma medlog platzt in St. Pölten aus allen Nähten



Weil biologische Stoffe, wie Blutproben, Biopsie-Proben, Plasma oder Blutkonserven, als Gefahrengut gelten, müssen sie gewissenhaft und rasch von einem Ort – einem Krankenhaus oder einem niedergelassen Arzt – an einen anderen Ort – ein Labor oder Krankenhaus – gebracht werden. Auf Transporte dieser besonderen Art hat sich die Logistikfirma medlog in St. Pölten spezialisiert. Im letzten Jahr hat sie rund 820.000 solcher Sendungen abgewickelt.

„Die Transporte erledigen unsere 140 Fahrer, viele davon sind schon lange unsere Mitarbeiter. In Österreich betreuen wir 60 Krankenhäuser, 2.000 niedergelassene Ärzte und 1.000 Veterinäre“, erklärt medlog-Geschäftsführer Franz Holler dem NÖ Wirtschaftspressedienst. „St. Pölten ist für uns als Medizinlogistiker ein extrem guter Standort, da wir von hier aus in kurzer Zeit viele Orte in Österreich erreichen, wo wir im Sinne unserer hohen Qualitätsstandards auch Niederlassungen in den Bundesländern betreiben.“

Das Spezialunternehmen hegt Ausbaugedanken. „Aktuell planen wir unmittelbar am Firmengelände ein großes medizinisches Zentrum, das auf den Bedarf des niederösterreichischen Zentralraums zugeschnitten ist. Wir platzen aus allen Nähten, was angesichts der erfreulichen jährlichen Zuwachsraten von zehn Prozent auch kein Wunder ist“, so Holler.

Die wichtigsten Themen für einen Logistiker heißen Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit. Schließlich unterliegen biologische Stoffe einer chemischen Veränderung. Maximal zwei bis vier Stunden dauert ein Transport von einem Arzt ins Labor. Ein Transport von einem Krankenhaus zu einem anderen erfolgt in der Regel über Nacht, oft von Ost- nach Westösterreich oder umgekehrt. „Es handelt sich – sowohl in der Nähe als auch in der Distanz - vor allem aktuell um temperaturgeführte Transporte. Dafür haben wir eigene RFID-Tracker entwickelt, so dass eine permanente Überwachung der Produkte möglich ist“, erklärt Holler.

Was die Zuverlässigkeit betrifft hat medlog spezielle Verpackungen entwickelt, die sicher sind und höchsten Ansprüchen genügen. Aber es kommt noch die Zufriedenheit dazu. „Erst kürzlich hat mir ein Neukunde gesagt, er wechselt zu uns, weil bei uns Reklamationen vor Ort stattfinden und nicht irgendwo in einem Callcenter, wo keiner die regionalen Rahmenbedingungen kennt. Wenn Kunden bei uns wegen einer Reklamation anrufen, landen sie hier in St. Pölten. Dort sitzt ein bestens geschultes Team, das jahrelange Erfahrung hat“, so der Geschäftsführer. Regionalität sei ihm ebenso ein Anliegen wie Mitarbeiter, die zufrieden sind. Schon lange wirke daher das Unternehmen bei der Betrieblichen Gesundheitsförderung Niederösterreich mit.

Wichtig ist dem Unternehmer auch die Nachhaltigkeit. Dazu zählt, dass am medlog-Betriebsgelände eine Photovoltaikanlage zum Einsatz kommt und zunehmend Elektroautos verwendet werden. „Ich würde mir auch einen gewerblichen Fuhrpark auf der Basis von Elektromobilität wünschen“, sagt Holler. „Leider gibt es dafür noch sehr wenig Möglichkeiten am Markt.“ (jm)

http://www.medlog.at

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