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8.03.2019 - Ausgabe Nr. 1527

Designer aus dem Wienerwald fertigt qualitativ hochwertige Zeitmesser



Der gebürtige Feldbacher Thomas Hiden betreibt in Sparbach im Wienerwald ein Handelsunternehmen, das optische und akustische Signaleinrichtungen für Einsatzfahrzeuge liefert. Nachdem der heute 48-jährige Wahl-Niederösterreicher vor rund zwei Jahrzehnten damit begonnen hatte, Uhren zu sammeln, kam er auf die Idee, sich nach eigenen Vorstellungen selbst eine Uhr zu bauen.

„Aufgrund fehlender Verbindungen zu den richtigen Komponentenlieferanten habe ich das Konzept aber vor zwölf Jahren wieder in die Schublade gesteckt“, berichtet Thomas Hiden dem NÖ Wirtschaftspressedienst. „Vor drei Jahren hat es mir aber keine Ruhe mehr gelassen, und ich habe meine alten Zeichnungen wieder hervorgeholt und überarbeitet. Mit Glück fand ich Kontakt zu Firmen, die mir Gehäuseteile, Ziffernblatt, Zeiger usw. fertigten. Zudem kam mir der Gedanke, wenn das Design mir gefällt, gefällt es vielleicht auch anderen Uhrenliebhabern, die sehr gut gefertigte Zeitmesser schätzen.“

Somit war der Startschuss für die Entwicklung einer eigenen Uhrenserie erfolgt. In enger Zusammenarbeit mit den Zulieferfirmen und einem Uhrmachermeister brachte Autodidakt Thomas Hiden im August 2017 unter dem Label „Viribus Unitis“ die ersten Modelle auf den Markt.

Doch was unterscheidet seine Uhren, gefertigt aus Bronze und Stahl, von herkömmlichen Zeitmessern? „Mir ist es von Anfang an wichtig gewesen, Uhren zu kreieren, die einen Wiedererkennungswert haben“, sagt Hiden. „In erster Linie sollten es coole, tragbare Uhren für jedermann sein, die durch die aufwendige Ziffernblattverarbeitung in Sandwichbauweise bzw. teilweise mit drei-teiligem Ziffernblatt, punkten. Ich gehe eher unkonventionell an das Thema heran und kombiniere etwa Gehäuse von Taucheruhren mit Ziffernblättern, welche ans Fliegerdesign angelehnt sind. Mir war natürlich auch bewusst, dass viele Uhrenliebhaber mit ihren Uhren auch eine Geschichte mitkaufen wollen. Die Story meiner Uhren hat mit der österreichischen Geschichte zu tun. Da ich sehr von den letzten Jahren der Österreichisch-Ungarischen Monarchie fasziniert bin, ist meine erste Linie „Aus der Luft“, sie umfasst vier Modelle, an die damalige Luftwaffe angelehnt. Ich war begeistert vom Farbenreichtum jener Flugzeuge, mit denen im Ersten Weltkrieg der Himmel erobert wurde. Und genau diese Farben habe ich als Inspiration für die Gestaltung meiner Ziffernblätter genommen. Die Uhren wurden auch nach der Flugzeugkennung des jeweiligen Patenflugzeuges benannt.“

Für seine zweite Linie „Auf dem Land“, die gerade jetzt mit 25 unterschiedlichen Designs, limitiert auf 200 Stück bzw. einzelne Modelle auf 50 Stück und nummeriert auf den Markt kommt, hat sich der Uhrendesigner an die Egalisierungsfarbe unterschiedlicher Truppenkörper der Landstreitkräfte angelehnt. So weist z.B. die Uhr KJ2, die nach dem Kaiserjägerregiment 2 benannt ist, Details in genau jenem Grünton auf, den die Kaiserjäger am Mantelkragen trugen. Auch bei der neuen Kollektion ist jede Uhr nach dem entsprechenden Truppenkörper benannt.

„Meine Uhren haben alle eine sehr männliche DNA“, klärt Thomas Hiden auf. „Auch aufgrund der Größe von 44 mm Durchmesser sprechen sie eher mehr Männer als Frauen an. Dennoch habe ich auch etliche Damen unter meinen Kunden. Daher werde ich auch meine Aus der Luft-Serie überarbeiten und eine damenhafte Größe von 38mm fertigen. Sie soll Ende des Jahres erhältlich sein. Außerdem plane ich, noch heuer die Auf dem Land-Serie mit Carbon-Gehäuse anzubieten. Spannende Optionen, wie die Lünetten der Uhren aus Wasserbüffelhorn zu fertigen, sind auch in Planung.“

Die Uhren finden indessen reißenden Absatz. So sind bereits zwei Modelle der Aus der Luft-Serie ausverkauft. Hidens Kundschaft stammt übrigens nicht nur aus Österreich und Deutschland, seine ausgefallenen Modelle finden auch Anklang in den USA, Russland, in Dubai, Griechenland, Italien, England, den Niederlanden, Tschechien, Polen und Island. „Ein großer Wunsch wäre“, sagt Hiden, „nicht mehr ausschließlich per Eigenvermarktung zu verkaufen, sondern interessierte Händler zu finden, die sich auf eine österreichische Uhrenmarke einlassen. Ich könnte mir vorstellen, in gewissen Ballungszentren jeweils einen oder zwei Händler zu haben, die meine Marke entsprechend präsentieren.“ (dsh)

http://www.viribusunitis-watches.com

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