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10.05.2019 - Ausgabe Nr. 1536

Elektrotechniker suchen noch mehr Mitarbeiter und Lehrlinge



Niederösterreichs Elektrotechnikbetriebe haben Grund zur Freude. „Die Zahl der Mitgliedsbetriebe und auch die Zahlen der Mitarbeiter und Lehrlinge sind gestiegen. Die Zahl der aktiven Elektrobetriebe hat sich von 2.287 um 2,8 Prozent auf 2.351 erhöht“, teilte Friedrich Manschein, Innungsmeister der Elektro-, Alarm- und Kommunikationstechniker in der NÖ Wirtschaftskammer, dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit.

Positiv ist auch die Entwicklung bei den Mitarbeitern und Lehrlingen. Die Zahl der Mitarbeiter stieg von 9.233 um 214 oder 2,3 Prozent auf 9.447. Die Zahl der in 270 Lehrbetrieben beschäftigten Lehrlinge erhöhte sich von 930 um 75 oder acht Prozent auf 1.005. „Über diese Entwicklung sind wir natürlich erfreut, dennoch trügt der Schein“, sagt Manschein. „Unsere Auftragsbücher sind nämlich so voll, dass wir dringend noch mehr Fach- und Hilfskräfte benötigen“. Schließlich gehe es darum, auch in Zukunft die Qualität halten zu können.

„Dank der immer weiter fortschreitenden Digitalisierung sind wir eine boomende Branche. Daher gilt es, mehr junge Menschen auf unser Berufsfeld aufmerksam zu machen und es ihnen näherzubringen“, sagt der Innungsmeister. Er will jedenfalls „alles daransetzen, die Ausbildung unserer Fachkräfte zu modernisieren“. Derzeit dauert sie dreieinhalb Jahre. Ein halbes Jahr der Spezialisierung kann man in fünf Bereichen zusätzlich wählen. Künftig könnte die schulische Ausbildung zum Beispiel bis zum 18. Lebensjahr dauern. Anschließend soll es die Möglichkeit geben, mit einer kurzen praktischen Ausbildung einen Berufsabschluss zu erwerben. Dann könnte man die steigenden fachtheoretischen Ausbildungsinhalte abdecken. „Der Beruf hätte somit einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft, und die Lehrlinge wären sozial bereits weiterentwickelt. Ebenso würde der Jugendschutz nicht mehr so gravierend greifen“, betont Manschein.

Auch an die Bundesregierung hat der Innungsmeister einen Wunsch: „Arbeiten muss sich wieder lohnen, und auch das Recht auf Arbeit gehörte umgesetzt. Jeder darf und muss, wenn er kann, arbeiten. Momentan hat man den Eindruck, dass das Wort Arbeit sehr negativ besetzt ist. Unsere Konsum- und Spaßgesellschaft vergisst dabei allerdings, dass auch Arbeit erfüllend sein kann. Zudem wäre zu überdenken, dass der Staat die Ausbildungskosten jedes Einzelnen trägt. Letztlich profitieren die Gesellschaft sowie die Wirtschaft und somit auch der Staat von qualifizierten Mitarbeitern. Diese WinWin-Situation sollte überdacht werden.“ (dsh)

http://wko.at/noe/elektro

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