//
7.06.2019 - Ausgabe Nr. 1540

Premiere: Industrie-Lehrlinge erweckten Roboter zum „Leben“



„Wenn wir die Digitalisierung als Chance nutzen wollen, braucht unsere Jugend die dafür erforderlichen Fähigkeiten und Kompetenzen. Der Mitarbeiter der Zukunft wird immer mehr zum Koordinator in der digitalen Fabrik. Zentrale Voraussetzung dazu sind vernetztes Denken und Arbeiten“. Dies stellte Thomas Salzer, NÖ Industrie-Spartenobmann in der Wirtschaftskammer (WKNÖ), zum Abschluss des mittlerweile schon traditionellen Lehrlingswettbewerbs der Sparte Industrie im WIFI St. Pölten fest.

Erstmals sind heuer die acht teilnehmenden Teams damit betraut worden, einem Industrieroboter „Leben einzuhauchen“. Als Herausforderung bezeichnete Salzer die Aufgabe, das schulische Standbein in der Dualen Ausbildung zu adaptieren. „Lehrerinnen und Lehrer müssen für die Digitalisierung fit gemacht werden und außerdem in den Schulen das Interesse an der Technik fördern“, sagte er.

Der Industrie-Spartenobmann verwies auch darauf, dass die WKNÖ insbesondere kleinere Unternehmen bei der Planung ihrer innerbetrieblichen Weiterbildung unterstütze. So biete beispielsweise das WIFI ab Herbst einen Lehrgang zum diplomierten Industrie-Ausbilder an.

WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl unterstrich die „hochwertige Ausbildung“ in den Lehrbetrieben mit dem Ergebnis, „dass die Lehrlinge - großartige junge Leute - Sozialkompetenz, digitales Wissen und handwerkliches Können gut miteinander verknüpfen können“.

Zum Wettbewerb sind diesmal 28 junge Herren und drei Damen aus zehn verschiedenen Lehrberufen aus der Elektro-, Metall- und Prozesstechnik sowie Mechatronik angetreten. Die fünf Firmenteams - davon erstmals zwei aus Wien - und drei gemischte Teams aus verschiedenen Betrieben hatten an den zwei Wettbewerbstagen eine Zulieferfirma (Granulat AG) sowie - jeweils vier Teams gemeinsam - die Montageeinheit einer Produktionsfabrik zu errichten. Und drumherum waren einige sehr unterschiedlichen Aufgaben zu lösen, von der Programmierung eines QR-Codes bis zur Verdrahtung der Produktionsanlage mit einem Industrie-Roboter. Dazu kamen noch der Austausch von Informationen in unterschiedlichen Systemen und das Visualisieren von Daten.

Als Hauptsponsor des Bewerbs fungierte bereits zum dritten Mal in Folge die in der industriellen Automatisierungstechnik global führende SMC Austria mit Sitz in Korneuburg. „Nur mit einer zukunftsorientierten Ausbildung können wir den Industriestandort Österreich nachhaltig gestalten und absichern“, sagte SMC-Geschäftsführer Robert Angel. Es sei ihm „eine Freude, die Begeisterung für Technik mit der Jugend zu teilen und unser Know-how an die junge Generation weiterzugeben“.

Die erstmals ins Wettbewerbsprogramm aufgenommenen Robotik-Aufgaben wurden durch zwei Industrie-Roboter der KUKA CEE GmbH ermöglicht. Laut KUKA verschmelzen durch die Roboter-Technologie Hard- und Software miteinander. Es sei daher besonders wichtig, Lehrlinge mit den neuen Technologien vertraut zu machen. Die Siegerehrung findet am 17. Juni um 18 Uhr im WIFI St. Pölten statt. (rz)

http://www.industrieausbildung.at

Artikel teilen:

© 2019 - www.wirtschaftspressedienst.at
Donau Media Wirtschaftsverlag 1984 GmbH | Bahnstraße 6 | 2104 Spillern