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20.03.2020 - Ausgabe Nr. 1580

A1 liefert Bewegungsprofile aller Handyuser an die Regierung



Ansonsten kennt man solche Nachrichten nur aus China und sie zeigen, dass die Grenze zwischen öffentlichem Interesse und dem Recht auf Privatsphäre schon in den ersten Tagen der Corona-Krise einem ersten massiven Test unterzogen wird. Denn der österreichische Mobilfunk- und Telekommunikationsanbieter A1 hat die Bewegungsprofile aller seiner Handykunden an die Regierung weitergeleitet. Davon dürften also auch alle A1-Kunden in Niederösterreich, egal ob Private oder Unternehmen und deren Mitarbeiter, betroffen sein. A1-Pressesprecher Michael Höfler bestätigte auf Anfrage der Tageszeitung „Standard“ einen entsprechenden Bericht der „Kronenzeitung“. Der Schritt erfolgte gemäß den Berichten auf eigenen Antrieb.

Die Daten der Bewegungsprofile sollen, so A1, dem Krisenstab zeigen, wie und ob die sozialen Kontakte, die für die Verbreitung der neuen Lungenkrankheit verantwortlich sind, abnahmen oder nicht. Der A1-Sprecher betonte dabei, dass diese Profile anonymisiert weitergegeben werden, also nicht mit Kundendaten verknüpft werden und auch nicht mit einzelnen Personen, sondern nur mit Gruppen ab 20 Menschen. A1 biete die Bewegungsanalysen gemeinsam mit Invenium, einem Spin-Off der TU Graz, an.

Ein vom „Standard“ befragter Datenschutzexperte ist der Ansicht, dass diese Vorgehensweise derzeit rechtlich nicht gedeckt sein kann. A1 ist hierbei anderer Ansicht. (gübi/mm)

http://www.a1.group

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