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20.03.2020 - Ausgabe Nr. 1580

WasserCluster Lunz gibt nachhaltiger Karpfenzucht große Exportchancen



95 Prozent aller Fische, die in Österreich verspeist werden, kommen aus dem Ausland. Der Großteil der Importware sind Meeresfische. Das müsste nicht so sein, denn in Österreich mit seinen vielen Flüssen, Seen und Teichen ist ausreichend Potenzial zur Produktion von Süßwasserfischen vorhanden. Allein das Waldviertel hat 2.500 Hektar Teichfläche.

Forellen, Saiblinge und Karpfen haben deutlich kürzere Transportwege als Thunfisch, Pangasius & Co. Aber nicht nur aus ökologischen Gründen bricht Martin Kainz, Forschungsgruppenleiter am WasserCluster Lunz, eine Lanze für die heimischen Süßwasserfische. Mit ihnen, speziell mit dem Karpfen, ließen sich seiner Ansicht nach im Export gute Geschäfte machen.

„In Indien und China werden vor allem karpfenartige Fische gegessen“, stellt Kainz fest. Insgesamt seien die karpfenartigen Fische schon jetzt die weltweit meist verzehrten. Dieser Trend werde in Zukunft noch weiter zunehmen. „Wer sich nachhaltig ernähren will, sollte Karpfen essen. Er kommt nicht aus den überfischten Meeren und seine Zucht ist sehr nachhaltig, weil er ein Plankton- und Insektenfresser ist“, betont Kainz.

Der 2007 eröffnete WasserCluster Lunz wird zu gleichen Teilen von der Donau-Universität Krems, der Universität Wien und der Universität für Bodenkultur betrieben und vom Land Niederösterreich sowie von der Stadt Wien finanziert. Der WasserCluster knüpft an die weit zurückreichende Tradition der Süßwasserforschung in Österreich an. Bereits im Jahr 1905 wurde in Lunz am See im Bezirk Scheibbs die Biologische Station Lunz gegründet, deren Forschung internationale Standards in der Limnologie gesetzt hat. (mm)

http://www.wcl.ac.at

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