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23.10.2020 - Ausgabe Nr. 1610

Installateure rücken ihre Rolle für optimale Energienutzung ins Licht



„Vor der ersten Inbetriebnahme zu Beginn der Heizperiode ist es vernünftig, sein Heizsystem zu prüfen, weil damit sieben bis acht Prozent Wirkungsgrad und Kosten gespart werden können“, erklärt Karl Pech, Landesinnungsmeister der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker in der NÖ Wirtschaftskammer, dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Das könne ganz einfach von einem Installateur erledigt werden. Dabei gehe des darum, den Druck zu überprüfen, die richtige Einstellung der Pumpen und die Entlüftung des Heizsystems. „Leider führen nur wenige Konsumenten ein regelmäßiges Service durch, obwohl dessen Kosten durchaus überschaubar sind“, sagt Pech. Oft reagiere man erst, wenn das Heizgerät kaputt ist und man sofort eine Lösung braucht.

Welches Heizsystem passend ist und die meiste Energie spart, hängt davon ab, in welchem Gebäude man wohnt, ob dieses ein Einfamilienhaus oder ein Mehrparteienhaus, alt oder neu ist. „Am besten fragen sie den Installateur ihres Vertrauens, der als Gebäudetechniker weiß, welches System in ihrem Fall das am besten geeignete ist“, rät der Innungsmeister. Bei einem Neubau mit wenigen Wohneinheiten kommen zumeist Wärmepumpen zum Einsatz, bei größeren Anlagen erweisen sich zumeist Hackschnitzelanlagen als effizient. „Grundsätzlich treten wir Installateure für Energieneutralität ein, da verschiedene Energieträger nebeneinander ihre Daseinsberechtigung haben und sie jeweils dort zum Einsatz kommen sollen, wo es sinnvoll ist“, so Karl Pech.

Derzeit gibt es in Niederösterreich rund 190.000 alte Heizanlagen, die mit Öl oder Gas betrieben werden. Zum Teil sind sie mehr als 20 Jahre alt. Aktuell wird nur ein Prozent davon umgestellt. „Wenn Österreich bis 2035 klimaneutral sein will, muss da noch viel getan werden“, sagt der Innungsmeister. Das sei eine riesige Aufgabe für die 1.290 Installateure in Niederösterreich, die zu 25 Prozent Einpersonenunternehmen sind. Da die Umstellung vom Land mit 3.000 Euro und vom Bund zusätzlich mit 5.000 Euro gefördert wird, sollte man das nützen, meint Pech.

Die Corona-Auswirkung auf die Branche sei gemischt zu betrachten, sagt er. „Wir Installateure sind eine systemrelevante Schlüsselbranche. Das heißt, dass auch im Lockdown gearbeitet werden musste. Manche Kollegen, vor allem in den westlichen Bundesländern, haben bis zu 70 Prozent Auftraggeber aus dem Tourismus. Da fallen jetzt viele Aufträge weg. Im Vergleich dazu ist Niederösterreich gut dran. Bei uns sind die Auftraggeber gemischt verteilt, Hotellerie und Gastronomie haben eine weniger dominante Rolle.“ (jm)

http://www.dieinstallateure.at

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