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23.10.2020 - Ausgabe Nr. 1610

Österreichs Sekterzeuger blicken einem hervorragenden Jahrgang entgegen



Aufgrund der günstigen Witterung während der Vegetationsperiode erwarten Experten aus dem Weinjahrgang 2020 regelrechte „Fruchtbomben“. Ähnlich optimistisch fallen auch die Prognosen für die nächsthöhere Verarbeitungsstufe des Mostes, den Sekt, aus. „Im Gegensatz zu den letzten beiden Jahren haben die Trauben heuer keine so weit fortgeschrittene Zuckerreife, dafür hohe Säure und einen niedrigen pH-Wert“, erklärt Michael Malat, Sprecher des Winzerausschusses im Österreichischen Sektkomitee und selbst Sekthersteller aus Furth bei Göttweig, dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Die Grundweine brächten „ideale Voraussetzungen für einen großen Sektjahrgang“.

Neben bekannten großen Schaumweinerzeugern, wie Schlumberger, Kattus, Inführ oder Szigeti, produzieren in Österreich immer mehr Winzer ihren eigenen Sekt. Mittlerweile ist die Zahl einschlägiger Hersteller auf knapp 200 gestiegen. „Natürlich spielt die Lohnversektung nach wie vor eine große Rolle, aber der Trend geht auch eindeutig in Richtung Selbstvermarktung, womit die Produzenten eine höhere Wertschöpfung erzielen können“, sagt Malat.

Die Bemühungen der heimischen Sekthersteller werden auch von den Konsumenten honoriert. Wie das Österreichische Sektkomitee in einer Marktstudie erhoben hat, ist die Bereitschaft der Kunden, für heimischen Schaumwein mehr Geld auszugeben, heuer im Lebensmittelhandel um vier Prozent und im Fachhandel sogar um rund sieben Prozent gestiegen. Zurzeit wird Sekt im Supermarkt um durchschnittlich 7,80 Euro und in der Vinothek um 14,40 Euro eingekauft sowie in der gehobenen Gastronomie um 34,30 Euro konsumiert.

Luft nach oben ist jedenfalls noch gehörig vorhanden. Während in Deutschland durchschnittlich 4,4 Liter Sekt pro Kopf und Jahr getrunken werden, liegt in Österreich der jährliche Pro-Kopf-Konsum mit 2,2 Litern nur bei der Hälfte. Deshalb wollen die Branchenvertreter den Marktanteil von österreichischem Sekt von derzeit 30 Prozent mittelfristig auf 50 Prozent in die Höhe schrauben.

Jedes Jahr werden in Österreich knapp 27 Millionen Flaschen Sekt getrunken, die meisten davon - rund zwölf Millionen - in der Hochsaison zwischen Ende Oktober und Silvester. Inklusive der Zulieferbetriebe beträgt die Wertschöpfung der heimischen Sektwirtschaft 55 Millionen Euro. 1.300 Arbeitsplätze sind mit diesem Wirtschaftszweig verknüpft. (mm)

http://www.oesterreichsekt.at

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