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19.02.2021 - Ausgabe Nr. 1626

Geschmack von Mohn aus dem Waldviertel findet immer mehr Fans



„Mohn, vor allem Blaumohn, gibt es an vielen Orten dieser Welt. Graumohn ist speziell im Waldviertel anzutreffen“, sagt Margarete Greßl, die gemeinsam mit ihrem Mann den gleichnamigen Familienbetrieb in Ottenschlag im Bezirk Zwettl betreibt. „Dieser Mohn ist besonders fein und daher besonders für Süßspeisen geeignet“, so die Expertin.

„Graumohn ist auch in der Herstellung komplexer. Spezielle Mähdrescher braucht man, damit die Kapseln nicht aufbrechen. Wenn das auch bei nur fünf Prozent einer Gesamternte passiert, ist das Ergebnis im wahrsten Sinne bitter“, teilt Margarete Greßl dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit. Das sei auch der Grund, weshalb gerade in der kleinteiligen Landschaft des Waldviertels der Graumohn weit verbreitet ist, aber nicht auf Großflächen in anderen Weltregionen angebaut wird.

Familie Greßl verkauft nicht nur Graumohn, sondern auch Blaumohn und Weißmohn. Blaumohn hat einen intensiven, herben Geschmack, und die Kapsel muss bei der Ernte zerstört werden, damit dieser Mohn sein Aroma entfaltet. Weißmohn ist etwas Besonderes und gibt auch im Waldviertel nur geringe Erntemengen her. „Beliebt ist vor allem der gequetschte, also gemahlene Mohn. Hier hat es besonders im letzten Jahr massive Zuwächse gegeben. Das hat offensichtlich mit dem Trend zu tun, mehr und mehr in der Küche selbst herzustellen“, sagt Greßl. Aber auch andere Produkte erfreuten sich einer großen Nachfrage, insbesondere die Mohnöle.

Überhaupt blickt Margarete Greßl durchaus positiv auf das letzte Jahr zurück – und das obwohl ein wichtiger Vertriebspartner, die Gastronomie, weggefallen ist. „Geholfen hat uns die Öffnung im Sommer. Das Waldviertel war ein beliebtes Urlaubsziel. So sind Stammkunden, die wir schon lange über unseren Webshop beliefern, erstmals zu uns gekommen“, so die Mohnbäuerin, die sich auch über Stammkunden freut, die sie neu gewonnen hat. „Immer wieder hatte ich Gespräche mit Menschen, die sagten, dass sie im Grunde genommen keinen Mohn mögen. Sie haben unseren probiert und waren begeistert.“

Das langsame Wachstum mit vielen persönlichen Kontakten entspricht auch der mittelfristigen Betriebsstrategie. „Die Qualitätsschiene ist uns wichtig. Wir vertreiben ab Hof und mit regionalen Partnern. Mehr Vertriebspartner oder ein Vielfaches an Produkten streben wir in nächster Zeit nicht an. Dies würde nämlich auf Kosten der Qualität gehen“, stellt Margarete Greßl fest. (jm)

http://www.mohnhof.at

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