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2.04.2021 - Ausgabe Nr. 1632

Rentner-Masken aus China um 9 Millionen billiger als aus Wiener Neudorf



Bei der Auswahl der Produktionsfirmen der mehr als 18 Millionen Stück FFP2-Masken, die bis Anfang März fast 1,8 Millionen Personen über 65 Jahren in Österreich kostenlos erhalten haben, ist der Preis entscheidend gewesen. Das bestätigt Gesundheitsminister Rudolf Anschober in Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage von Abgeordneten der SPÖ. Alle Gratis-Masken für die Senioren seien von in China ansässigen Unternehmen erzeugt und nach Österreich importiert worden. Diese Aktion hat fast 14 Millionen Euro gekostet. Davon sind rund 6,5 Millionen Euro auf die Produktion sowie knapp 7,5 Millionen Euro auf den Versand entfallen.

Warum der Auftrag nach China und nicht an den niederösterreichischen Hersteller Hygiene Austria GmbH in Wiener Neudorf gegangen ist, der ebenfalls ein Angebot gelegt hatte, erklärt Anschober so: „Der Anbotspreis für in Österreich produzierte Masken ist bei 79 Cent netto pro Stück gelegen. Bei 18,1 Millionen benötigten Masken für 1,78 Millionen Adressaten über 65 Jahren, die jeweils zehn Stück erhalten sollten, sowie bei weiteren 300.000 Stück als Reserve war das wirtschaftlich nicht vertretbar.“

Den Auftrag habe man um nicht einmal 30 Cent netto pro Stück an Bewerber in China vergeben können, mit einer Differenz pro Stück von knapp 50 Cent. „Bei 18,1 Millionen bestellten FFP2-Schutzmasken hat der Preisunterschied immerhin 8,9 Millionen Euro ausgemacht“, rechnet der Gesundheitsminister vor. Außerdem habe man zur Absicherung der Aktion für die Senioren zusätzlich einen „Sicherheitsbestand“ von einer Million FFP2-Masken gefordert. Das habe die Hygiene Austria GmbH zum Zeitpunkt der finalen Anbotslegung nicht garantieren können. (mm)

http://www.sozialministerium.at

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