26.11.2004 - Ausgabe Nr. 787

St. Pöltens Bürgermeister will “starke Nord-Süd-Achse”

Für ihn ist der Ausbau der Schnellstraße S 33 ab der Westautobahn Richtung Süden (S 34) ein wichtiges Anliegen zur Erschließung neuer Wohn- und Betriebsgebiete.


Wenn Niederösterreich eine Top-Region in Europa werden soll, dann sei es sicher “auch sinnvoll, die Hauptstadt und den Zentralraum des Landes entsprechend zu fördern”, sagt St. Pöltens neuer Bürgermeister Matthias Stadler. “Ich bestehe ja nicht darauf, dass die Landeshauptstadt in den Regionalisierungstopf kommt, aber wir wollen in Zukunft speziell bei Bauvorhaben bzw. bei der Betriebsansiedlung nicht schlechter gestellt sein als andere Kommunen”, setzt er auf ein verbessertes Arbeitsklima mit dem Land.

Im Interview mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst sagt Stadler: “Wir sind dankbar für Infrastruktur-Projekte wie etwa das Festspielhaus, aber wenn heute jemand z.B. ein Hotel errichten will, so wird das in Melk oder in Krems gefördert, aber nicht in St. Pölten.” Er will in Gesprächen mit Landeshauptmann Erwin Pröll “alle Möglichkeiten ausschöpfen, die sich ergeben. Aus welchem Topf die Mittel kommen, das ist ja nicht entscheidend.”

Ein wesentlicher Bereich, in dem Stadler gemeinsam mit dem Land an einem Strang ziehen will, ist das Thema Verkehrsinfrastruktur. “Die Dichte und Frequenz des Verkehrs durch die Stadt steigen. Immer häufiger werden Ausweichrouten auch durch Wohngebiete gewählt – mit den entsprechenden Anrainer- und Umweltproblemen”, so Stadler.

Für ihn ist der Ausbau der Schnellstraße S 33 ab der Westautobahn Richtung Süden (S 34) ein wichtiges Anliegen – “auch zur Erschließung neuer Wohn- und Betriebsgebiete”. Und Stadler drängt auf die rasche Planung einer West-Umfahrung. “St. Pölten wächst nach allen Richtungen.” Es gebe kaum eine Stadt dieser Größenordnung, die wie Niederösterreichs Landeshauptstadt derzeit mit einer einzigen tragfähigen Nord-Süd-Achse auskommen muss. “Es ist wichtig, dass hier bald Entscheidungen fallen und Planungen beginnen”, sagt Stadler. Die Sache werde sonst immer kostspieliger, und die Trasse werde wohl auch weiter weg in die Umgebung abrücken.

Bereits geplant ist die so genannte Kerntangente Nord – großteils nördlich der Bahntrasse, die über eine zusätzliche Traisenbrücke geführt werden und dann östlich der Traisen in die B1 einmünden soll. Da gehe es in den Gesprächen mit dem Land noch um den Status dieser Straße als Landesstraße. “Wir wollen daraus nicht unbedingt finanzielle Vorteile lukrieren”, so Stadler, das “kann auch ein Tauschgeschäft sein.”

Die geplante Donaubrücke bei Traismauer sieht St. Pöltens Bürgermeister “als großen Pluspunkt” für Stadt und Region, es sei aber wichtig, “dass die Verbindung nördlich der Donau nicht abreißt”, fordert Stadler den weiteren Ausbau der bestehenden Straße bis Zwettl weiter nach Gmünd und Budweis. “Und eine hochrangige Verbindung nach Norden in Richtung Brünn ist im Sinne einer europäischen Dimension ebenso wichtig.”

Auf Sicht kann für Stadler auch die Verlängerung der S 33 in Richtung Süden “nicht in Wilhelmsburg zu Ende sein.” Es sei aus der wirtschaftlichen Perspektive eine zentrale Frage für den gesamten Raum, “dass wir nicht nur eine starke Ost-West-Achse haben, sondern auch die Nord-Süd-Achse verbessern. Es wäre nicht sinnvoll, wenn alle Verkehrsströme über Oberösterreich oder über Wien laufen.” (au)

www.st-poelten.gv.at

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