NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1431 vom 21.04.2017

21.04.2017
AMS NÖ durchleuchtet mehr als 1.200 Betriebe nach freien Stellen

Mehr als 61.000 freie Stellen und Lehrstellen will das Arbeitsmarktservice Niederösterreich (AMS NÖ) heuer mit passendem Personal besetzen. Um dieses Ziel zu erreichen, besuchen zurzeit 108 Berater des AMS NÖ 1.255 Betriebe in Niederösterreich, um sie bei ihrer Personalsuche zu unterstützen und freie Stellen zu akquirieren. Die Kampagne mit der Bezeichnung „On Tour 2017“ läuft bis 24. Mai.

„Während dieser Kampagne sollen 5.000 freie Stellen hereinkommen“, gießt AMS NÖ-Geschäftsführer Karl Fakler die Zielvorgabe in Zahlen. Mit dem auffrischenden Rückenwind des Konjunkturfrühlings ist der Start in die Job-Offensive jedenfalls schon gelungen: In den ersten drei Monaten 2017 hat das AMS NÖ 21.350 freie Stellen bei den niederösterreichischen Betrieben akquiriert. Diese Zahlen liegen mit einem Plus von 3.430 Stellen oder 19 Prozent deutlich über jenen des Vergleichszeitraums 2016. (mm)

www.ams.at/noe



21.04.2017
Niederösterreichs Hafner suchen dringend geeignete Lehrlinge

Die heimischen Hafner, Platten- und Fliesenleger leiden unter dem geringen Interesse, das die Jugend diesen Berufen entgegenbringt. Laut Landesinnungsmeister Franz Kubena hänge dies von zwei Faktoren ab. Einerseits davon, dass nach wie vor ein Studium der Lehre vorgezogen werde und andererseits vom zunächst geringen Verdienst, den man als Lehrling hat. „Leider bedenken die meisten jungen Leute nicht, dass sie mit einer handwerklichen Ausbildung durchaus gute Berufsaussichten haben und à la longue mehr verdienen als mancher Akademiker“, erklärt Kubena dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

Deshalb werde man heuer die Schulbesuche intensivieren und in den Volksschulen, Neuen Mittelschulen und Polytechnischen Schulen die beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten sichtbar machen. „Aber wir müssen uns auch selber an der Nase nehmen“, betont Franz Kubena. „Denn eine soeben durchgeführte Umfrage unter unseren Betrieben hat ergeben, dass nur 25 Prozent bereit sind, Lehrlinge auszubilden. Uns muss klar sein, dass wir in Zukunft nur dann konkurrenzfähig sein können, wenn wir unser Fachpersonal selber ausbilden.“

Die Sicherung des gewerblichen Nachwuchses sei nicht zuletzt auch deshalb notwendig, weil Betriebe aus Ungarn, Slowakei und Tschechien massiv auf den niederösterreichischen Markt drängen, betont der Innungsmeister. „Vor allem für die Unternehmen an der Grenze ist es schwer, da mitzuhalten. Allein von den Lohnnebenkosten her ist das nicht möglich. Ich verspreche mir aber eine erste Besserung zu unseren Gunsten“, sagt der Innungsmeister, „wenn nun endlich das Bestbieter-Prinzip das bis dato geltende Billigtsbieter-Prinzip ablöst.“ Ob das bereits heuer eine Entspannung bewirkt, sei allerdings fraglich.

Im vergangenen Jahr hat die gesamte Branche ein Minus bis zu 20 Prozent eingefahren. Mitverantwortlich dafür macht der Innungsmeister neben den Mitbewerbern aus dem unmittelbaren Ausland auch die Abschaffung der Notkaminpflicht im kommunalen Wohnbau. „Da haben wir viel an Arbeit verloren“, so Kubena. Etwas besser sei der Start in das heurige Jahr angelaufen. Im ersten Quartal habe man aufgrund des branchengünstigen Wetters ein wenig zulegen können. „Diese positive Stimmung werden wir womöglich noch in das zweite Quartal mitnehmen können. Dennoch rechne ich im Jahresschnitt wieder mit einem Minus, wenn auch nicht in dem Ausmaß wie im Vorjahr.“

Derzeit gibt es Niederösterreich 303 Hafner, Platten- und Fliesenleger sowie Keramikbetriebe, die 926 Mitarbeiter beschäftigen. Zudem werden 39 Lehrlinge zu Hafnern sowie 58 Lehrlinge zu Platten- und Fliesenlegern ausgebildet. (dsh)

http://wko.at/noe/hafner



21.04.2017
Papierriese Mondi knackt in Österreich die Umsatzmilliarde

Der internationale Papier- und Verpackungskonzern Mondi, der in Österreich sieben Produktionsstätten in vier Bundesländern betreibt, hat im Geschäftsjahr 2016 seinen Österreich-Umsatz über die Milliarden-Grenze geschraubt. Wie der NÖ Wirtschaftspressedienst der Firmenbilanz entnimmt, konnte das Industrieunternehmen seine Erlöse im Vorjahr um 3,8 Prozent auf 1,018 Milliarden Euro steigern. In Niederösterreich produziert Mondi an vier Standorten. Drei Werke sind mit Ulmerfeld-Hausmening, Kematen und Hilm im Mostviertel und eines mit Korneuburg im Weinviertel.

Wie auch andere Papiererzeuger in Österreich steht Mondi vor dem Problem, den zur Zellstoffproduktion benötigten Rohstoff Holz nicht zur Gänze aus dem Inland beziehen zu können. „Viele Kleinwälder werden nämlich wirtschaftlich nicht genutzt“, stellt Christian Skilich, Mondi-Europa-Vorstand und Vizepräsident der Interessenvertretung Austropapier, fest. „Denn als Folge von Erbschaften gibt es immer mehr Forstbesitzer, die branchenfern sind, ganz andere Berufe haben und den Wald als Einkommensquelle nicht benötigen, so dass sich die Bäume selber überlassen bleiben.“

Obwohl Österreich im internationalen Vergleich ein waldreicher Staat sei, müssen die Papierproduzenten immer größere Holzmengen aus dem Ausland teuer zukaufen. So ist die Importrate 2016 von 27 auf 30,6 Prozent gestiegen. Der Großteil des Rohstoffs kommt aus den Nachbarländern, aber auch aus der Ukraine und Rumänien wird importiert. (mm)

www.mondigroup.com

www.austropapier.at



21.04.2017
Winzer Krems stößt Tür zu lukrativem Exportmarkt Kanada auf

Österreichs größter Qualitätsweinproduzent, die Winzer Krems, treibt sein Exportgeschäft erfolgreich voran. „Im Vorjahr haben wir schon mehr als 45 Prozent des Gesamtumsatzes im Ausland erwirtschaftet“, teilt Winzer Krems-Exportleiter Ludwig Holzer dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit. International gefragt seien in erster Linie die typisch österreichischen Sortenspezialitäten Grüner Veltliner und Blauer Zweigelt.

Mit Kanada steht in jüngster Zeit ein besonders kaufkräftiger Markt im Fokus der Unternehmensaktivitäten. Vor einigen Wochen hat die dortige Lebensmittelhandelskette „Farm Boy“ den Grünen Veltliner „13“ der Winzer Krems in das Sortiment aufgenommen und vertreibt ihn über mehrere ihrer Märkte in Ontario. Hier zeigt das Handelsabkommen CETA zwischen der EU und Kanada seine positiven Seiten. „Beim Wein gibt es Erleichterungen durch den Abbau der Zölle sowie den Wegfall der zwischenstaatlichen Handelsbarrieren innerhalb Kanadas“, informiert Holzer. Diese Hindernisse hätten nämlich den Flaschenversand von einem Bundesstaat zum anderen bisher praktisch unmöglich gemacht.

Vor kurzem hat eine von Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter und Parlamentspräsident Karlheinz Kopf angeführte Wirtschaftsdelegation in Kanada für Lebensmittelspezialitäten aus Österreich die Werbetrommel gerührt. Bei einem vom Top-Sommelier John Szabo kommentierten Weindinner im „Alo“ – Kanadas bestem Restaurant in Toronto – konnten sich die Gäste von der hohen Qualität der heimischen Tropfen überzeugen. Szabo lobte den Grünen Veltliner als perfekten Sommerwein und ideale Alternative zu den großen Weißweinen der Welt.

Die Winzer Krems stehen im Eigentum von 960 Weinbauern aus den Weinbaugebieten Wachau und Kremstal. Zusammen bewirtschaften sie eine Rebfläche von 990 Hektar. Bei der Lese 2016 wurden zu 77 Prozent Weiß- und zu 23 Prozent Rotweine gekeltert. Die durchschnittliche Jahresproduktion liegt bei sechs Millionen Flaschen. (mm)

www.winzerkrems.at



21.04.2017
Waldviertelbahn steuert touristische Kleinode entlang der Strecke an

Die Waldviertelbahn der Niederösterreichischen Verkehrsorganisationsgesellschaft (NÖVOG) nimmt touristische Kleinode entlang ihrer beiden von Gmünd ausgehenden Strecken genauer ins Visier. Mit Beginn der am 1. Mai 2017 startenden Saison setzt man verstärkt auf die Kooperation von Bahnfahrt und attraktiven touristischen Zielen. Das hat der NÖ Wirtschaftspressedienst aus dem neuen Fahrplan der Waldviertelbahn herausgelesen.

Am Südast zwischen Gmünd und Groß Gerungs lässt sich ein Ausflug mit der Waldviertelbahn bequem mit einem Besuch der Bisonranch in Langschlag verbinden. Die Bisonweide liegt nur 15 Gehminuten vom Bahnhof entfernt. Am Nordast zwischen Gmünd und Litschau lädt der Glasschaugarten der Firma Apfelthaler in Alt Nagelberg zu einem Spaziergang ein. Das Areal liegt unmittelbar neben dem Bahnhof und kann daher auch beim Halt der Züge besichtigt werden.

Bereits seit vielen Jahren eingespielt ist die Kooperation mit dem Schwammerlschnitzer Walter Kapeller, der seine Holzkunstwerke am Bahnhof Steinbach-Groß Pertholz ausstellt. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Groß Gerungs ist am Bahnhof Groß Gerungs ein Themenweg entstanden, der sich mit der abwechslungsreichen Geschichte der Waldviertelbahn beschäftigt. Der Waldviertler Karpfen steht im Mittelpunkt eines eigenen Sonderzuges, der Ende September zum Abfischfest nach Schönau bei Litschau dampfen wird. Und als passende Ergänzung zu den Fahrten zum Weitraer Advent wird die Waldviertelbahn heuer erstmals auch Sonderzüge zum Weihnachtsmarkt in Brand führen.

Auch das erst im Jahr 2014 mit einem Investitionsvolumen von 8,5 Millionen Euro neu errichtete Betriebszentrum der Waldviertelbahn in Gmünd öffnet in der Saison 2017 seine Pforten für Besucher. Von Juni bis September wird jeweils am ersten Samstag im Monat eine Entdeckertour mit Bahnhofsführung angeboten, mit der man einen Blick hinter die Kulissen der Tourismusbahn werfen kann. (haw)

www.noevog.at/waldviertelbahn



21.04.2017
Mexbert expandiert mit maßgefertigten Sondermaschinen

Auf Expansionskurs ist derzeit die auf den Bau von Sondermaschinen mit Schwerpunkt Industrie 4.0 fokussierte Mexbert GmbH in Warth, Bezirk Neunkirchen. Das hat Geschäftsführer Markus Schlosser motiviert, am IVNÖ-RIZ-Mentoring-Programm 2017 teilzunehmen. Derzeit evaluiert man einen neuen und größeren Standort, wo die Mitarbeiterzahl bis 2022 von derzeit fünf auf 15 in den Bereichen, Mechatronik, Konstruktion und ET-Programmierung erhöht werden soll.

„Im Mentoring-Programm sehen wir neben dem Know-how für erfolgreiches Wachstum auch eine gute Möglichkeit, unser Netzwerk zu vergrößern, da persönlicher Kontakt und Empfehlungen sehr viel zu einem positiven Geschäftsabschluss beitragen“, betont Schlosser im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspresse-dienst und merkt an, dass man bereits mit seinem Mentor erste Kontakte geknüpft habe.

Mexbert konzipiert, konstruiert, programmiert und fertigt Sondermaschinen für Prozesse, die automatisiert werden sollen und für die es bis jetzt noch keine Lösungen gibt. „Unsere Kunden sind all jene Betriebe, die etwas produzieren und dafür eine automatische Lösung suchen. Das kann von einem einzelnen Roboter bis zu ganzen Produktionsstraßen gehen“, erklärt Schlosser. Für die einzelnen Projekte werden dann jeweils spezifisch Partner und Lohnfertiger herangezogen. Als Alleinstellungsmerkmal von Mexbert sieht Schlosser die lange und gründliche Konzeptphase mit der Evaluierung des genauen Bedarfs des Kunden. Geliefert wird immer eine Komplettlösung für die Produktion, die auch die entsprechende Software beinhaltet.

Zu den Kunden vom Mexbert zählen Semperit, ÖBB, Marquardt Deutschland, Dynacast, Constantia Flexibles, ASTA und Edard. Die Exportquote beträgt etwa 30 Prozent und geht nach Frankreich und Deutschland.

2016 konnte mit fünf Mitarbeitern und einem Mechatronik-Lehrling ein Umsatz von 850.000 Euro erzielt werden. Für 2017 peilt man den Sprung über eine Million an. (hm)

www.mexbert.at



21.04.2017
Croma Pharma setzt in Leobendorf millionenschwere Investitionsspritze an

Weil der Markt für körperliche Schönheit und Wohlbefinden („Beauty-Wellness“) auf der ganzen Welt mit rasanter Geschwindigkeit wächst, sind einschlägig tätige Unternehmen laufend gefordert, ihre Produktionskapazitäten zu erhöhen. So hat vor kurzem der international tätige Familienbetrieb Croma Pharma, der zu den führenden Herstellern von Hyaluronsäurespritzen in Europa zählt, in Leobendorf im Bezirk Korneuburg eine neue Firmenzentrale in Betrieb genommen. Der in knapp zwei Jahren errichtete Gebäudekomplex umfasst auf sechs Stockwerken 6.000 Quadratmeter Büro- und Lagerfläche sowie ein angeschlossenes 3.400 Quadratmeter großes Lager- und Logistikzentrum mit 2.000 Palettenstellplätzen. 220 Mitarbeiter sind hier beschäftigt.

Fast 40 Millionen Euro hat Croma Pharma in das ehrgeizige Projekt investiert. „Es gibt große wirtschaftliche Chancen, die wir nutzen wollen“, erklärt Geschäftsführer Andreas Prinz in einem Interview mit der Österreichischen Verkehrszeitung (ÖVZ). Schon im kommenden Jahr wolle man deshalb in Leobendorf eine neue Fertigungsanlage in Betrieb nehmen. Damit soll die Jahresproduktion von derzeit sechs Millionen vorbefüllten Spritzen schrittweise auf zehn Millionen Einheiten gesteigert werden.

Im Marktsegment der sogenannten ästhetischen Dermatologie gehört Croma Pharma zu den führenden Anbietern. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt u.a. Lifting Fäden, Hyaluronsäurefiller, plättchenreiches Plasma (PRP) oder Botulinum Neurotoxin zur Revitalisierung des Aussehens. In der Augenheilkunde und Orthopädie ist Croma Pharma als Lohnhersteller für internationale Medizinprodukte-Erzeuger tätig.

Das Spezialunternehmen hat Kunden und Geschäftspartner in 70 Ländern der Welt und vertreibt seine Produkte über eigene Niederlassungen in Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Spanien, Portugal, Rumänien, Polen, Kanada, Brasilien und Australien. Die Exportquote beträgt 96 Prozent. Im Geschäftsjahr 2016 hat Croma Pharma mit 310 Beschäftigten einen Umsatz von 56 Millionen Euro erwirtschaftet. (mm)

http://at.croma.at



21.04.2017
Mobiler Schlosser montiert Fenstergitter als Einbruchschutz

Um den Wunsch seiner Kunden gleich an Ort und Stelle erfüllen zu können, bietet Gerhard Artwohl seine Dienstleistungen als Schlossermeister mobil an. „Am Standort Traiskirchen verfüge ich zwar über eine kleine Werkstatt, habe jedoch einen Bus als fahrende Werkstätte umgebaut, damit ich beim Kunden sofort arbeiten kann“, teilt er dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit. Mit seiner Firma „Mobiler Schlosser Gerhard Artwohl Reparatur u. Montageservice e.U.“ scheint der Einpersonenunternehmer (EPU) den Zeitgeist getroffen zu haben, denn sein Geschäft floriert.

„Eigentlich wollte ich eine bestehende Schlosserei übernehmen, leider wurde aus diversen Gründen nichts daraus. Da ich mich aber unbedingt selbständig machen wollte, kam ich auf die Idee, das als mobiler Schlosser zu tun. Das hatte auch den Vorteil, dass das benötigte Startkapital überschaubar war“, sagt Artwohl.

Neben Schlosserarbeiten hat er auch schlosserverwandte Tätigkeiten im Programm. Dazu zählen neben der Reparatur von Metallteilen in Haus und Garten das Anbringen von zusätzlichen Schlössern und Schweißarbeiten. 90 Prozent aller Aufträge können gleich direkt beim Kunden erledigt werden, was Zeit und Geld spart. „Besonders gefragt sind derzeit Fenstergitter als Einbruchschutz“, berichtet Artwohl.

Als wichtig nennt er, stark auf Beratung zu setzen und einen Kostenvoranschlag kostenfrei zu legen. Neben der Schlosserarbeit handelt Artwohl mit Aluminiumzäunen. Seine Kunden befinden sich im Umkreis von 100 Kilometern von Traiskirchen. Schwerpunkt ist der Raum Baden bis Wr. Neustadt. Er kommt aber auch nach Wien und ins Burgenland. (hm)

www.mobilerschlosser.at



21.04.2017
Zöbinger Kunsthandwerkerin plant Handwerker-Plattform

Die Liebe zu Stoffen und ihre Kreativität haben Brigitte Cerny vor mittlerweile sechs Jahren dazu veranlasst, sich selbständig zu machen. Ihre genähten Kreationen hatten in ihrem Bekannten- und Freundeskreis so großen Gefallen gefunden, dass sich die dreifache Mutter entschloss, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Ihre Taschen, Pölster, Patchworkdecken, Quilts, Stofftiere und Stoffpuppen können in Brigitte Cernys Werkstatt am Hauptplatz 2 in Zöbing sowie über einen eigenen Internetshop und bei Ausstellungen und Märkten, die die Kunsthandwerkerin regelmäßig besucht, erworben werden. Sie ist Absolventin des Kreativlehrganges für Öffentlichkeitsarbeit und Sozial Media am WIFI St. Pölten.

Sich selbständig gemacht zu haben, bereut die Hotelkauffrau keinesfalls. „Die Gründung war leicht, sich zu etablieren hingegen schon schwieriger“, gesteht Cerny. „Bekannt zu werden, dauert seine Zeit. Denn gerade der Beruf Kunsthandwerker ist vielschichtig. Daher kann man nur mit Fleiß und Qualität bei den Kunden punkten“. Die engagierte Ein-Personen-Unternehmerin hegt deshalb den Wunsch, dass das Werben für ihre Unternehmensform einfacher würde bzw. gefördert wird. „Ich könnte mir eine eigene unabhängige Plattform für Kunsthandwerker vorstellen, wo wir uns öffentlich präsentieren und auch netzwerken können. Wer daran interessiert ist, kann gern mit mir Kontakt aufnehmen. Denn in unserer Branche gibt es viele großartige Unternehmen, denen bis dato aber die Möglichkeit fehlt, auf sich aufmerksam zu machen.“

Für ihre Stoffzaubereien verwendet die 51-jährige Waldviertlerin ausschließlich hundertprozentige Baumwollstoffe, die sie von Lieferanten aus Tirol, der Steiermark, Deutschland, den Niederlanden, den USA und Dänemark bezieht. Für eine Patchworkdecke benötigt Brigitte Cerny fünf bis 200 Arbeitsstunden. „Dabei kommt es auf die Größe und das Muster an“, erklärt sie dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Zu ihren Kunden zählen Handarbeitsfreundinnen ebenso wie Nähmuffel und stoffaffine Zeitgenossen. „Handarbeiten liegt zurzeit wieder voll im Trend. Meiner Meinung nach deshalb, weil Unikate gefragt sind“, sagt sie. Es sei einfach „in“, nicht immer alles „von der Stange“ zu kaufen. Letzter Schrei sei Upcycling, wo alte Stoffe wieder neu verarbeitet werden. Immer mehr Menschen gehe es dabei um Nachhaltigkeit und sich bewusst gegen die Wegwerfmentalität zu stemmen.“

Weil viele Frauen ihre Freizeit auch mit Handarbeit gestalten wollen, bietet Brigitte Cerny Patchworkkurse sowohl für Anfängerinnen als auch für Fortgeschrittene sowie Taschen- und Dekorationskurse an. „Jeden ersten Mittwoch im Monat veranstalte ich ab 16 Uhr in meiner Werkstatt ein Stammtischtreffen für Näherinnen und alle, die an Handarbeit interessiert sind. Im Schnitt sind wir vier bis fünf Begeisterte jeden Alters, auf die Stoffe eine eigene Faszination ausüben“, berichtet Brigitte Cerny. Sie bietet in ihrer Stoffzauberei auch ein Nähmaschinen-Service mit Reparatur an, bei dem ihr Gatte sie unterstützt. (dsh)

www.stoffzauberei.com



21.04.2017
Übergewicht der Niederösterreicher kostet das Gesundheitssystem Millionen

Die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher über 15 Jahren sind zu dick. Wie der NÖ Wirtschaftspressedienst dem vor kurzem veröffentlichten NÖ Gesundheitsbericht 2016 entnimmt, ist ein Drittel – knapp 34 Prozent – der Landesbevölkerung übergewichtig. Dafür sind insbesondere zwei Ursachen verantwortlich: mangelnde körperliche Bewegung sowie ein „hochkalorienhaltiger Ernährungsstil“. Nur 29 Prozent der Niederösterreicher essen täglich Obst und Gemüse.

Eine Analyse des Körpergewichts der Österreicher zeigt eine deutliche Ost-West-Schräglage: So schwer wie die Niederösterreicher sind sonst nur noch die Burgenländer. Demgegenüber finden sich die Bewohner der westlichen Bundesländer Vorarlberg, Tirol und Salzburg in einer erkennbar geringeren Gewichtsklasse.

Bereits 18 Prozent der niederösterreichischen Bevölkerung sind dermaßen übergewichtig, dass sie aus medizinischer Sicht als fettleibig gelten. Die häufigsten dadurch ausgelösten Folgeerkrankungen sind Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Störungen, hohes Cholesterin, Diabetes und bestimmte Krebsarten. Für deren Behandlung muss das Gesundheitssystem jedes Jahr Millionenbeträge aufwenden. (mm)

www.noegus.at