NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1318 vom 13.02.2015

13.02.2015
Kleiner Weinviertler Verlag deckt große chinesische BedarfslĂŒcke

Eine MarktlĂŒcke hat der in Auersthal im Bezirk GĂ€nserndorf ansĂ€ssige Brentano-Verlag bei der jedes Jahr um rund zehn Prozent wachsenden Zahl von Touristen aus China entdeckt. Deren GĂ€steankĂŒnfte in Wien sind in den letzten zwei Jahren um 22 Prozent auf fast 140.000 mit 237.000 Übernachtungen gestiegen. „Chinesen, die das Geld fĂŒr eine Europareise haben, gehören meist der kaufkrĂ€ftigen Oberschicht an und kaufen in Wien gern Geschenke fĂŒr die ganzen Familie ein, am liebsten teure Markenartikel“, teilte Brentano-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Willi Weiser dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit. Dass chinesisches Shopping ĂŒberaus wertschöpfend ausfĂ€llt, zeigen die damit erzielten UmsĂ€tze, die sich in den letzten zehn Jahren verzehnfacht haben.

FĂŒr diese jedes Jahr wachsende Zielgruppe, die sich im Durchschnitt zwei Tage mit einer NĂ€chtigung in Wien aufhĂ€lt, hat Weiser mit der in Österreich lebenden und als FremdenfĂŒhrerin in Wien arbeitenden Chinesin Yiwen Huang einen Einkaufs-Kompass als Wien-FĂŒhrer in chinesischer Sprache kreiert. FĂŒr die GĂ€ste ist er eine wertvolle Orientierungshilfe, weil er Zeit spart und mit konkreten Angaben die gewĂŒnschte Auskunft auf den Punkt bringt. „Die ReisefĂŒhrer einer solchen Besuchergruppe haben naturgemĂ€ĂŸ kaum Zeit, jedem einzelnen Gast Empfehlungen fĂŒr die gewĂŒnschten GeschĂ€fte zu geben“, sagt Weiser. Im Einkaufs-Kompass finde der Gast mit einem Griff die genaue Wegbeschreibung zu dem GeschĂ€ft, das er aufsuchen möchte.

Der Einkaufs-Kompass wird den GĂ€sten, den Hotels und den chinesischen FremdenfĂŒhrern fĂŒr ihre Reisegruppen kostenlos zur VerfĂŒgung gestellt. Finanziert wird er mit Werbeeinschaltungen der teilnehmenden Unternehmen. Mit China auf den Geschmack gekommen, hat Brentano schon den nĂ€chsten Braten im Backrohr. Er wird als Arabischer EinkaufsfĂŒhrer auf die Welt kommen.

Im niederösterreichischen China-GeschĂ€ft ist das Tourismusprojekt aus Auersthal nur ein winzig kleiner Teil. Der Wert der Warenimporte aus China ist mehr als doppelt so hoch wie der der niederösterreichischen Exporte ins „Land der Mitte“. Die Zahlen fĂŒr 2014 kommen erst im Sommer. In den Jahren 2012 und 2013 ist das Außenhandelsvolumen Niederösterreich-China mit fast 1,4 Milliarden Euro annĂ€hernd gleich geblieben. Die Exporte Chinas sind von 946 Millionen Euro auf 996 gestiegen, die Exporte Niederösterreichs von 414 Millionen auf 372 gefallen. (mĂŒ)

www.einkaufskompass.at