NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1590 vom 29.05.2020

29.05.2020
ï»żIn NÖ fließen heuer mehr als eine Milliarde Euro in die Verkehrsinfrastruktur

In Niederösterreich werden heuer noch insgesamt 1,023 Milliarden Euro in die Verkehrsinfrastruktur investiert, so Landesrat Ludwig Schleritzko, der die InvestitionsplĂ€ne gemeinsam mit ASFiNAG-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Alexander Walcher und Franz Bauer, Vorstandsdirektor der ÖBB Infrastruktur AG, prĂ€sentiert hat. Dies sei auch ein wichtiger Beitrag, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzufedern, meint der Finanz- und MobilitĂ€tslandesrat. Mit diesen Investitionen wĂŒrden rund 14.000 ArbeitsplĂ€tze in der Baubranche gesichert.

Aus dem Landesbudget selbst fließen 125 Millionen Euro in 700 Landesstraßenprojekte. Damit werden die Verkehrsbedingungen in rund 400 Gemeinden des Landes verbessert. GrĂ¶ĂŸte Baustelle ist die Umfahrung Wieselburg, die heuer im November fertig gestellt werden soll.

64 Millionen Euro kommen dem Bau von 900 Park&Ride-PlĂ€tzen, Bahnhofsmodernisierungen, wie z.B. an der Mariazellerbahn, sowie der Errichtung neuer Radwege zugute. „Damit schaffen wir auch mehr Sicherheit und LebensqualitĂ€t“, betont Schleritzko, der davor warnt, Straße und Schiene gegeneinander auszuspielen, denn „40 Prozent des öffentlichen Verkehrs finden in Niederösterreich auf der Straße statt.“

In das hochrangige Straßennetz des Bundeslandes wird die ASFiNAG heuer und im Jahr 2021 jeweils 270 Millionen Euro investieren. „Von 300 großen Projekten, die wir in ganz Österreich verwirklichen, sind 50 in Niederösterreich angesiedelt“, erklĂ€rt ASFiNAG-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Alexander Walcher. Corona habe zwar zu einigen Verzögerungen gefĂŒhrt, aber trotzdem soll beispielsweise der Ausbau der Weinviertel-Schnellstraße S3 auf der Strecke Hollabrunn - Guntersdorf mit der Instandsetzung Hollabrunn-SĂŒd und Hollabrunn-Nord noch heuer abgeschlossen werden.

Als weitere große ASFINAG-Projekte nannte Walcher den dreispurigen Ausbau der Ostautobahn A4 zwischen Fischamend und Bruck/Leitha-West sowie Generalerneuerungen der SĂŒdostautobahn A3 vom Knoten Guntramsdorf bis Ebreichsdorf, der SĂŒdautobahn A2 von Grimmenstein bis Aspang sowie des Bereiches von Westautobahn A1 und Kremser Schnellstraße S33 und den abschnittsweisen Ausbau des Knotens St. Pölten bis St. Pölten-Nord.

Im ambitionierten Bauprogramm der ÖBB sind mit 564 Millionen Euro mehr als ein Viertel der fĂŒr ganz Österreich vorgesehenen zwei Milliarden fĂŒr Niederösterreich vorgesehen. „Unser Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau der Nord-SĂŒd-Achse“, teilte ÖBB-Vorstand Franz Bauer mit. So wird etwa fĂŒr den zweigleisigen Ausbau der Pottendorfer Linie, fĂŒr den insgesamt 700 Millionen Euro veranschlagt sind, heuer der Abschnitt Ebreichsdorf inklusive Bahnhof vorangetrieben.

Im Zuge des Ausbaus der Strecke Wien-Bratislava soll noch heuer der Bahnhof Raasdorf fertiggestellt werden. Mit dem Ziel einer Fahrzeit von 40 Minuten zwischen Wien und Bratislava sind fĂŒr das gesamte Projekt rund 560 Millionen Euro vorgesehen. „Beim Semmering-Basistunnel haben wir jetzt die HĂ€lfte gegraben. Wegen Corona gab es LieferengpĂ€sse, aber jetzt wird wieder weitergearbeitet“, sagt der ÖBB-Infrastruktur-Chef.

Er rechnet damit, dass auch in den nĂ€chsten Jahren rund 500 Millionen Euro in die Bahn-Infrastruktur in Niederösterreich fließen werden. Zahlreiche Projekte seien in Planung, zum Teil noch mit erheblichen Vorlaufzeiten. So sei etwa der Baubeginn fĂŒr den viergleisigen Ausbau der SĂŒdstrecke zwischen Wien-Meidling und Mödling erst in rund sieben Jahren zu erwarten, der Baubeginn fĂŒr die Flughafen-Spange in etwa fĂŒnf Jahren.

Derzeit werden zwölf Bahnhöfe in Niederösterreich modernisiert und barrierefrei gemacht. Acht Bahnhöfe, die wichtige MobilitÀts-Drehscheiben sind, sollen noch heuer fertig werden. 15 Bahnhöfe in Niederösterreich werden 900 neue bzw. zusÀtzliche P&Ride-PlÀtze sowie 600 Bike&Ride-PlÀtze bekommen.

Erhebliche Summen investieren die ÖBB nicht zuletzt in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Rund 70 Millionen Euro fließen in den Bildungscampus der ÖBB in St. Pölten, der 2021 fertiggestellt werden soll. Noch heuer wird man das Lehrlingsheim mit 72 Betten nach einer Investition von neun Millionen Euro seiner Bestimmung ĂŒbergeben. (rz)

http://www.noe.gv.at/noe/Autofahren/Strassenbauvorhaben.html

http://www.asfinag.at/verkehrssicherheit/bauen/bauprojekte

http://infrastruktur.oebb.at