NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1613 vom 13.11.2020

13.11.2020
Sonnenuhren: Schönheiten aus einer anderen Zeit

Eigentlich passen Sonnenuhren mitten im nebeligen November und Lockdown gar nicht zusammen. Sie sind ein Produkt für Touristen und vor allem im Frühjahr und im Sommer interessant, wenn die Sonne viele Stunden scheint und man die neue Uhr in ihrer Pracht und Funktion gleich sehen kann. Der Bau einer Sonnenuhr aus dem Waldviertler Traditionsbetrieb der Familie Jindra aus Weiten bei Pöggstall dauert mindestens zehn bis zwölf Wochen, manchmal sogar noch länger.

„Unsere Sonnenuhren sind ein handwerkliches Erzeugnis, das Zeit braucht, bis es fertig ist. Unsere Produkte sind aber auch mindestens ein Leben lang haltbar, und wir geben darauf auch eine lebenslange Garantie, was nicht einmal die exklusivsten Uhrenhersteller bieten können“, erklärt Johann Jindra dem NÖ Wirtschaftspressedienst. „Demzufolge haben wir im klassischen Sinn auch keine Stammkunden“, fügt er bedauernd hinzu.

Zu Sonnenuhren greifen hauptsächlich Touristen. Da diese heuer ausgeblieben sind, ist auch der Umsatz um 50 Prozent eingebrochen. Daneben sind es aber auch Menschen aus der Region, die ihren Familienangehörigen für ein besonderes Ereignis eine Sonnenuhr schenken - etwa zu einem runden Geburtstag oder Hochzeitstag oder als Weihnachtsgeschenk.

„Unsere Kunden sind in der Regel betucht und ohne finanzielle Sorgen. Schließlich kostet eine Sonnenuhr für den Garten rund 1.300 Euro, eine Wandsonnenuhr etwa 4.000 Euro“, so Jindra, der gleich den preislichen Unterschied erklärt: „Einen Punkt im Garten kann ich von überall ausmachen, da brauche ich nur die Adresse und schon weiß ich die genauen Koordinaten und kann die Sonnenuhr exakt einstellen. Eine Wanduhr aber erfordert, dass jemand hinfährt und dies genau berechnet. Da muss nämlich der Winkel genau passen, sonst ergeben sich regelmäßig ein paar Minuten Unterschied zur tatsächlichen Zeit.“

Jindra restauriert auch historische Sonnenuhren, und da erstrahlt plötzlich etwas im neuen Glanz, das schon 500 Jahre alt ist. Allerdings gibt es nur wenig solche Aufträge. „Aktuell haben wir rund 95 Prozent Privatkunden. Gerade in Zeiten wie diesen könnten aber auch Gemeinden und das Land etwas für die Dorfverschönerung tun. Und eine Sonnenuhr würde wesentlich dazu beitragen, ein Lächeln und eine gute Stimmung zu erzeugen“, lässt Johann Jindra im NÖ Wirtschaftspressedienst öffentlich kundmachen. (jm)

http://www.sonnenuhren.com