NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1006 vom 13.02.2009

13.02.2009
Ladendiebstahl in Österreich wächst überproportional

In keinem anderen Staat Westeuropas wächst der durch Ladendiebstahl, Unterschlagungen und Betrug im Einzelhandel angerichtete Schaden so stark wie in Österreich. Zu diesem unerfreulichen Ergebnis kommt das britische Centre for Retail Research (CRR) in Nottingham. Nach Berechnungen des renommierten Marktforschungsinstitutes ist der in den heimischen Geschäften aufgetretene Warenschwund zwischen Juli 2007 und Juni 2008 um 7,4 Prozent auf mittlerweile 490 Millionen Euro angestiegen - die höchste Zuwachsrate unter 24 westeuropäischen Ländern.

Zum Vergleich: In der Schweiz sind die durchschnittlichen Schwundquoten im Beobachtungszeitraum um 5,2 Prozent nach oben geklettert, in Italien um 4,1 und in Deutschland um 2,7 Prozent. Rückläufige Schwundraten im Einzelhandel verzeichneten Portugal (minus 3,8 Prozent), die Niederlande (minus 3,2 Prozent) sowie Griechenland und Großbritannien mit jeweils minus 3,0 Prozent.

Das CRR hat alle diese Daten anhand einer Umfrage unter 500 europäischen Einzelhandelsunternehmen mit über 36.000 Verkaufsniederlassungen und einem Gesamtumsatz von 322 Milliarden Euro ermittelt. Die Ergebnisse fließen dann in ein sogenanntes "Globales Diebstahlbarometer" ein. Positiv aus heimischer Sicht verbleibt der Umstand, dass Österreich gemeinsam mit der Schweiz trotz des stark gestiegenen Schadensausmaßes beim Thema Ladendiebstahl noch immer zu den sichersten Staaten Europas zählt. Denn in diesen beiden Ländern betragen die Schwundquoten nur 1,01 Prozent vom gesamten Einzelhandelsumsatz. Europaweit sind es 1,27 Prozent.

Für den ohnehin mit geringen Spannen kämpfenden Einzelhandel ist der Ladendiebstahl ein ernstes Problem: In den EU-Ländern sowie in der Schweiz und in Norwegen haben Langfinger zwischen Juli 2007 und Juni 2008 Waren im Wert von mehr als 31 Milliarden Euro mitgehen lassen. In Österreich musste der Handel in der Untersuchungsperiode kriminalitätsbedingte Kosten in Höhe von 565 Millionen Euro verkraften. Davon entfielen 416 Millionen auf den Warenschwund und 149 Millionen auf Sicherheitsmaßnahmen.

Was wird aus den Geschäften gestohlen? Die am häufigsten entwendeten Waren im Einzelhandel sind Weine und Spirituosen, Kosmetika und Hautpflegeartikel, Damenbekleidung, Parfum und Eau de Toilette, Rasierklingen, DVDs und Spiele, Kinderbekleidung, modische Accessoires, Designer-Mode und teure Lebensmittel. Verantwortlich für den Schwund aus den Regalen sind in Österreich laut CRR-"Diebstahlbarometer" in erster Linie die Kunden (57 Prozent), gefolgt von den Mitarbeitern (24 Prozent) und den Lieferanten (5 Prozent). Interne Fehler machen immerhin 15 Prozent der Inventurdifferenzen aus. (mm)

http://www.retailresearch.org

http://www.checkpointsystems.de



13.02.2009
Kommt Holzkompetenzzentrum fĂĽr das Waldviertel?

Arbeitsplätze schaffen und den Wirtschaftsstandort Waldviertel aufwerten soll eine Idee der Jungen Wirtschaft Gmünd. Analog dem Softwarepark Hagenberg im Mühlviertel, einem Technologiezentrum für Software-Lösungen, denkt man dabei an die Errichtung eines Holzkompetenzzentrums. "Im Mühlviertel hat man in den letzten 20 Jahren eindrucksvoll bewiesen, wie eine Forschungs- und Bildungseinrichtung die Wirtschaft auch in einem infrastrukturell benachteiligten Gebiet ankurbeln kann", erklärt die Vorsitzende der Jungen Wirtschaft Gmünd, Romana Oppel-Straka, gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

Durch den hohen Waldanteil - mehr als 40 Prozent der Gesamtfläche sind bewaldet - spielt die Holzgewinnung und die Holzverarbeitung im Waldviertel seit Jahrhunderten eine wesentliche Rolle. Mit dem Holz- und Energiepark Waldviertel in Vitis gibt es seit einigen Jahren auch einen eigenen Wirtschaftspark für holzverarbeitende Betriebe und Bioenergieerzeuger. "Was bislang fehlt, ist eine Forschungs- und Bildungseinrichtung, die sich aus wissenschaftlicher Perspektive mit dem Thema Holz beschäftigt", sagt Oppel-Straka. Österreichweit gibt es mit dem Holztechnikum Kuchl in Salzburg überhaupt erst eine einzige derartige Bildungseinrichtung.

Dass die dezentrale Lage des Waldviertels für ein über die Grenzen des Bundeslandes hinaus agierendes Holzkompetenzzentrum kein Nachteil sein muss, zeigt das Beispiel des Softwareparks Hagenberg. Das im Jahr 1989 im Mühlviertel gegründete Technologiezentrum hat mittlerweile mehr als 1.000 Arbeitsplätze geschaffen. Darüber hinaus zählt man im Bildungsbereich an die 1.400 Schüler und Studenten. Und auch die Gemeinde profitiert: Hatte Hagenberg vor 30 Jahren rund 1.500 Einwohner, sind es heute dank der High-Tech-Schmiede 2.600.

Als Vorzeigeprojekt räumt Oppel-Straka einem möglichen Holzkompetenzzentrum Waldviertel auch auf internationaler Ebene gute Chancen ein. "Die Forschungs- und Bildungseinrichtung müsste sich natürlich von Anfang an auch um internationale Kontakte bemühen." Um die Erreichbarkeit aus dem Ausland sollte man sich spätestens ab dem nächsten Jahr keine Sorgen mehr machen müssen. Denn der Flughafen Budweis ist von Gmünd aus mit dem Auto schon in einer halben Stunde erreichbar. Nach dem Ende der Ausbauarbeiten können dort pro Jahr bis zu 600.000 Passagiere abgefertigt werden. (haw)

http://www.jungewirtschaft.at/noe



13.02.2009
Neun von zehn Frachtschiffen fahren leer wieder heim

In der Organisation des Frachtverkehrs auf der Donau gibt es noch einen gigantischen Verbesserungsbedarf. Neun von zehn Schiffen, die in den vier österreichischen Donauhäfen Wien, Krems, Ennsdorf und Linz ihre Güter entladen, fahren ohne jede Fracht wieder zurück. Diese ernüchternde Erkenntnis förderte eine Expertentagung zutage, die zum Thema "Schifffahrt und Wirtschaft" am Sitz der Wirtschaftskammer Niederösterreich in Sankt Pölten stattfand. Als Organisator zeichnete der Österreichische Wasserstraßen- und Schiffahrtsverein verantwortlich. Dieser feiert heuer seinen 130jährigen Bestand und versteht sich als Interessenvertretung sämtlicher Wirtschaftspartner, die daran interessiert sind, die Kapazität der Donau als leistungsstarken und zugleich konkurrenzlos umweltfreundlichen Verkehrsweg optimal nützen zu können.

Einig waren sich die Tagungsteilnehmer, dass die Transportschiffe nicht nur für den Import von Rohstoffen, sondern auch für den Export österreichischer Waren eingesetzt werden sollten. Dazu sei es allerdings notwendig, den Güterumschlag in Richtung Container-Verschiffung zu modernisieren. Außerdem sei es höchste Zeit, die wenigen, aber mitunter extrem störenden Eng- und Flachstellen zu beseitigen, die den Schiffsverkehr in den einzelnen Donauländern - beginnend in Bayern - noch bis zum totalen Ausfall behindern können. (mü)

http://www.oewsv.org



13.02.2009
AKNĂ– verlangt Schonfrist fĂĽr Privatkredite

Ein "Entlastungspaket für private Kreditnehmer", die durch Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit unter die Räder kommen könnten, fordert die Niederösterreichische Arbeiterkammer (AKNÖ). Bei Euro-Krediten müssten sie für sechs Monate zins- und tilgungsfrei gestellt werden, weitere sechs Monate sollten zinsfrei sein und zusätzliche sechs Monate dürfe es keine gewinnerhöhenden Zinsaufschläge geben; für Fremdwährungskredite soll das Tilgungsmoratorium ein Jahr dauern. "Die Banken, die Staatshilfe beanspruchen, sind in die Pflicht zu nehmen", begründete AKNÖ-Vizepräsident Hermann Haneder den Vorstoß.

Nach AK-Angaben suchen derzeit 53.400 Personen eine Arbeit, 1.700 Beschäftigte seien in Kurzarbeit oder seien demnächst davon und daher von finanziellen Einbußen betroffen. Das Modell bringe für den durchschnittlichen Kredit von 150.000 Euro für Haus oder Wohnung eine Erleichterung um etwa 4.000 Euro.

Haneder erhob die Forderung im Rahmen einer Pressekonferenz, in der die Rolle der AKNÖ für den Konsumentenschutz herausgestrichen wurde. Insgesamt habe man 2008 für Hilfesuchende eine Million Euro erstritten, u.a. mit rund 21.000 gerichtlichen Verfahren. Schwerpunkte waren Probleme bei Reisen, Internetgeschäften und Bauangelegenheiten. Im letzten Quartal häuften sich dann Anfragen zu Fremdwährungskrediten, insgesamt waren es 3.500. Mit der hauptbetroffenen Oberbank stehe man derzeit noch in intensiven Verhandlungen über eine tragbare Lösung.

AKNÖ-Direktor Helmuth Guth betonte die gute Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer, insbesondere bei den gemeinsam eingerichteten Schlichtungsstellen für Rauchfangkehrer, Installateure und Kfz-Betriebe. "Wir sind ja keine wilden Rächer, sondern wollen nur faire Verhältnisse. Es gibt bei den Konsumenten leider noch immer große Informationsdefizite, und beim Reden stellen sich viele Probleme anders dar."

Zur frühzeitigen Abhilfe solcher Mängel plant die AKNÖ im übrigen, ihre Beratungstätigkeit an den Schulen auszubauen. Jugendlichen - vor allem der polytechnischen Lehrgänge - werden mögliche Probleme mit Internetkäufen, Handybetrieb und Girokonten nahegebracht. (ust)

http://noe.arbeiterkammer.at



13.02.2009
Lehar-Spirituosen verzeichnen hochprozentiges Plus

Der Spirituosen- und Reformkosterzeuger Lehar aus Ebreichsdorf im Bezirk Baden wird sein Ende Februar 2009 ablaufendes Geschäftsjahr sehr erfolgreich abschließen. "Wir rechnen mit einem Umsatzplus von 15 Prozent auf rund zehn Millionen Euro", teilt Lehar-Geschäftsführer Dietmar Messner dem NÖ Wirtschaftspressedienst auf Anfrage mit. Das Unternehmen beschäftigt in Ebreichsdorf 26 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Zurückzuführen sei die positive Geschäftsentwicklung bei Lehar vor allem auf die Zuwächse im Export. "In Deutschland konnten wir weiter zulegen und mit Ägypten und Georgien zwei neue Märkte gewinnen", berichtet Messner. Während in Georgien - "weil es dort keine eigene Erzeugung gibt" - die typisch österreichischen Likör-Spezialitäten gefragt sind, punktet Lehar in Ägypten mit seinem Kaffeesirup. "Heuer wollen wir erstmals Teile der Produktpalette auch nach Thailand und China liefern", kündigt der Geschäftsführer an. Weitere wichtige Auslandsmärkte für das Ebreichsdorfer Unternehmen sind die Schweiz, Italien und Großbritannien.

Lehar erzeugt und vertreibt hochwertige Spirituosen, Elixiere, Belebungsgetränke, Diätnahrung sowie Wellness- und Molkegetränke. "Mit unserem Eierlikör sind wir in Österreich Marktführer", so Messner. Das Sortiment ist im Einzel- und Großhandel sowie in Reformhäusern erhältlich. Der Traditionsbetrieb wurde vor mehr als 100 Jahren von Josef Lehar, einem Verwandten des bekannten Wiener Operettenkomponisten Franz Lehar, gegründet. (mm)

http://www.lehar.at



13.02.2009
"Wegweiser" zeigen Pfade durch die Förderlandschaft

Die Förderlandschaft in Niederösterreich stellt sich für Betriebe, die der Flaute offensiv gegensteuern wollen, zunehmend vielgestaltiger dar - "und ist dennoch relativ einfach begehbar", betonen Experten.

Der Förderdschungel sei schon grundlegend gelichtet worden, sagt Kurt Leutgeb von der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft (aws) im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Denn: "Im Prinzip gibt es nur zwei Stellen, die Förderungen anbieten: Bund und Land. Und wir auf Bundesebene arbeiten gerade mit Niederösterreich sehr gut zusammen, die Abstimmung funktioniert. Wer bei einer der beiden Förderstellen landet, ist jedenfalls bestens aufgehoben", betont Leutgeb, dass es "ja gerade jetzt kein Durcheinander geben soll".

aws-Prokurist Leutgeb war einer der Förder-"Bergführer", die im Rahmen einer Veranstaltung der NÖ Wirtschaftskammer zum Thema Förderungen die Wegweiser setzten. Schirmherrin Sonja Zwazl hatte eingangs auf die Helpline der Kammer (02742 - 851 - 18018) verwiesen und auf die Beratungsangebote der NÖ Wirtschaftskammer: "Wer eine Förderung bekommen will, der braucht zunächst einmal ein gutes Konzept", unterstrich sie und riet außerdem: "Es ist wichtig, von Anfang an mit offenen Karten zu spielen, damit man nachher nicht aufgedeckt wird."

Aufgedeckt wurden dann von den Experten die vielen Förderinstrumente, die Bund und Land angesichts der Konjunkturflaute vielfach aufgestockt und erweitert haben. So verwies etwa Georg Bartmann vom Amt der NÖ Landesregierung auf zahlreiche - erweiterte - Fördermöglichkeiten aus dem blau-gelben Konjunkturpaket, die allerdings alle auf prinzipiell gesunde Betriebe abgestellt sind. "Wir wollen offensive Investitionen in die Zukunft unterstützen", so Bartmann.

Auch Christian Berki von der NÖ Bürgschaften GmbH (NÖBEG) betonte, die "nachhaltige Ertragskraft eines Unternehmens muss gegeben sein". Über die NÖBEG seien jetzt allerdings auch Haftungen für Betriebsmittelkredite möglich - bei Summen bis zu 70.000 Euro und entsprechenden Voraussetzungen und Unterlagen würde das innerhalb weniger Tage über die Bühne gehen.

Neue Möglichkeiten, darunter auch den ERP-Kleinkredit mit einem Kreditbetrag zwischen 10.000 und 30.000 Euro, gibt es unter anderem für die Tourismuswirtschaft. Darüber berichtete Helmut Thaler von der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) ebenso wie sein Kollege Kurt Leutgeb von der aws. Und alle Förder-Experten verwiesen gemeinsam darauf, dass auch die alten, schon bestehenden Programme "gerade jetzt besonders aktuell" seien. Immerhin - das zeigte eine Blitzumfrage während der Veranstaltung - ist der Umgang mit der Bank für 53 Prozent der Teilnehmer schwieriger geworden, nur für 16 Prozent nicht. 31 Prozent blieben unentschieden. (au)

http://wko.at/noe/bv

http://www.noebeg.at

http://www.foerderportal.at

http://www.awsg.at

http://www.oeht.at



13.02.2009
Tourismusdestination Donau zieht Gäste in ihren Bann

Die Tourismusdestination Donau Niederösterreich - sie erstreckt sich vom Strudengau im Westen bis zur slowakischen Grenze im Osten - kann für das vergangene Jahr wieder eine sehr erfolgreiche Nächtigungsbilanz ziehen. Insgesamt zählte man 2008 in den Beherbergungsbetrieben entlang der niederösterreichischen Donau knapp 1,4 Millionen Übernachtungen. "Das war ein Zuwachs um 3,4 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Damit sind wir erneut die nächtigungsstärkste Destination Niederösterreichs", erklärt Bernhard Schröder, Geschäftsführer der Donau NÖ Tourismus GmbH, im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

Das Ergebnis wäre noch besser ausgefallen, hätte nicht die Fußball-Europameisterschaft 2008 viele Radtouristen, vor allem aus Deutschland, abgeschreckt. "Im vergangenen Juni waren in Wien einfach keine freien Betten zu bekommen. Deshalb haben in diesem Monat viele Veranstalter die Touren auf dem Donau-Radweg von Passau stromabwärts ausfallen lassen", berichtet Schröder. Dieses vorübergehende Minus habe man jedoch im Verlauf der weiteren Saison mehr als wettmachen können.

In der Tourismusdestination Donau Niederösterreich - nach Ansicht Schröders das "touristische Filetstück des Landes" - spielen die Übernachtungen von Ausländern eine wichtige Rolle. So entfallen rund 30 Prozent aller Nächtigungen auf Deutsche, in der Wachau sind es sogar über 40 Prozent. Dazu entdecken auch immer mehr Holländer, Italiener, Schweizer und Ungarn den Charme des Donautales. Heuer werde man u.a. die Tourismusmärkte in der slowakischen Hauptstadt Bratislava sowie in den beiden norddeutschen Metropolen Berlin und Hamburg bearbeiten, kündigt Schröder an. (mm)

http://www.donau.com



13.02.2009
Heimische Pelletsproduktion heizt die Wirtschaft an

Ein kalter Winter wie diesmal, schwindende fossile Rohstoffquellen sowie steigende Öl- und Gaspreise bescheren den heimischen Pelletsproduzenten fette Umsätze. Die enorm steigende Nachfrage und die rosigen Zukunftsaussichten lösen bei der Ybbser Firma RZ-Pellets kühne Expansionspläne aus. Konkret: Im Sommer eröffnet das Unternehmen in Leiben bei Melk ein zweites Pelletswerk in Niederösterreich.

"Pellets verkaufen sich so gut wie noch nie. Allein im Jänner haben wir 4.500 Tonnen an private und gewerbliche Abnehmer verkauft. Das bedeutet eine Steigerung um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr", berichtet RZ-Prokurist Franz Heuer dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Mit zehn Millionen Euro Jahresumsatz 2008 und dem neuen Standort heizt das Mostviertler Unternehmen die heimische Wirtschaft ordentlich an.

RZ-Pellets bezieht seinen brennbaren Rohstoff vom gegenüberliegenden Sägewerk des internationalen Holzmultis Stora Enso. 400.000 Kubikmeter Fichtenholz werden hier jährlich verarbeitet. Die beim Sägen anfallenden Späne gelangen über ein Förderband ins RZ-Werk, werden dort zu sechs Millimeter dicken und drei bis zehn Zentimeter langen Holzwürsten verdichtet und per Lkw zu den Konsumenten geliefert.

Etwa ein Drittel der Kunden sind private Haushalte, fünf Prozent Kommunen und Gewerbebetriebe. Der größte Teil des Heizmaterials kommt in die Lagerbestände von Großhandelsbetrieben, wie Genol und Baumax. Das Unternehmen unterhält österreichweit 13 Strom produzierende Heizkraftwerke. Im Herbst kommt ein weiteres Pelletswerk in Kärnten dazu. Insgesamt beschäftigt die Firma 200 Mitarbeiter.

Wer noch rechtzeitig vor Wintereinbruch auf eine Pelletsheizung umgestiegen ist, hat guten Grund zur Freude. Für die Beheizung eines durchschnittlichen Einfamilienhauses etwa benötigt man pro Heizsaison rund 5.000 Kilo Pellets. Der Preis einer Tonne der genormten Holzwürste beträgt 200 Euro. Laut RZ-Sprecher Heuer sei auch in nächster Zukunft nicht mit einer großen Preissteigerung zu rechnen. Den heimischen Kunden und der Wirtschaft macht Prokurist Heuer die Versorgungssicherheit schmackhaft: "Holz wird in Österreich nie ausgehen. Der Bedarf an Pellets ist somit auch in Zukunft gedeckt. Wer auf Pellets umsteigt, macht sich von der Energielieferung aus anderen Ländern unabhängig und belebt die österreichische Wirtschaft." (lies)

http://www.rz-pellets.at



13.02.2009
Moped und Roller bremsen Zweitauto aus

Bei immer mehr niederösterreichischen Haushalten steht anstelle des Zweitautos ein Moped oder ein Roller vor der Türe. Besonders in Ballungsräumen wie St. Pölten oder Wiener Neustadt gewinnen die wendigen Zweiräder zunehmend an Bedeutung. "Der 2008 österreichweit um 21,7 Prozent gestiegene Rollermarkt hat auch das Bild auf Niederösterreichs Straßen verändert", sagt Karin Munk, Generalsekretärin der ARGE 2Rad, im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

Dieser Trend wird sich nach den Vorstellungen des Dachverbandes der österreichischen Zweiradindustrie und der Zweiradimporteure, mit Sitz in Gablitz, auch in der kommenden Zweiradsaison fortsetzen. "Die Motorroller gehören eindeutig zu den Gewinnern des sonst stark sinkenden Fahrzeugmarktes in Österreich", erklärt Munk. Ihre Liebe zum Zweirad haben auch viele Pkw-Lenker entdeckt. Mit dem Führerschein der Klasse B und einer Zusatzprüfung dürfen sie einspurige Fahrzeuge mit maximal 125 Kubikzentimeter lenken. "Dieses Fahrzeugsegment ist 2008 um 16,5 Prozent gewachsen", weiß die Generalsekretärin.

Bei den hubraumschwächeren Zweirädern mit 50 Kubikzentimetern dagegen ist im vergangenen Jahr eine gewisse Sättigung mit einem Wachstum von marginalen 2,6 Prozent eingetreten. Den letzten großen Sprung mit einem Plus von 30 Prozent hat diese Fahrzeugklasse im Jahr 2005 erlebt. "Damals senkte der Gesetzgeber das Mindestalter für Mopedfahrer auf 15 Jahre und reformierte die Prüfung für den erforderlichen Mopedausweis. Das hat den Markt nachhaltig belebt", so Munk.

Als Wirtschaftsfaktor spielt der Motorradmarkt in Niederösterreich eine wesentliche Rolle. Hier sind rund 70 Betriebe von 300 Motorradhändlern in Österreich insgesamt tätig. (haw)

http://www.arge2rad.at



13.02.2009
Wüstensöhne wollen mit Apfelstrudel aus NÖ abheben

Die Hollabrunner Frisch & Frost Nahrungsmittel-Gesellschaft m.b.H., u.a. bekannt mit ihren Marken "Toni Kaiser" und "Bauernland", hat sich in den letzten Jahren als Lieferant von Apfelstrudel und Strudelteigen in den Vereinigten Arabischen Emiraten gut etablieren können. Derzeit wird mit der nationalen Fluglinie Air Emirate über einen Liefervertrag verhandelt. Im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst zeigt sich Gerfried Pichler, Geschäftsführer von Frisch & Frost, äußerst zuversichtlich, diesen Auftrag zu erhalten.

"Derzeit liefern wir etwa sechs Prozent unseres Exportvolumens in die Vereinigten Arabischen Emirate. Das ist ein Hoffnungsmarkt mit groĂźem Potenzial. Uns kommt zugute, dass die Arabische Halbinsel fast alle Lebensmittel importieren muss und dass die orientalische KĂĽche gern Strudelteige verwendet", teilt Pichler mit.

Erfolgreich war 2008 Frisch & Frost auch in Europa: Der Export in die Schweiz konnte um 78 Prozent und der nach Deutschland um 40 Prozent gesteigert werden. Für 2009 will Frisch & Frost die Präsenz im Einzelhandel der Exportmärkte intensivieren. Der Exportanteil am Gesamtumsatz liegt bei rund 40 Prozent.

Frisch & Frost stellt pro Jahr etwa 50 Millionen Packungen von 300 verschiedenen Produkten her, darunter 20 Millionen Germknödel. Von 350 Bauern im Weinviertel wurden 2008 101.000 Tonnen Erdäpfel bezogen und weiterverarbeitet. Darunter 48.000 Tonnen Pommes frites, wovon allein 30.000 Tonnen für McDonalds bestimmt waren. Mit 270 Mitarbeitern, 200 davon in Hollabrunn, konnte Frisch & Frost 2008 eine Umsatzsteigerung von 13,6 Prozent auf 67,3 Millionen Euro erzielen. Um der verstärkten Nachfrage gerecht zu werden, investiert Frisch & Frost heuer in die Standorte Hollabrunn und Wien 4,5 Millionen Euro. (mw)

http://www.frisch-frost.at



13.02.2009
Bezirk Purkersdorf meldet solides Wirtschaftswachstum

Die Banken sollen Vertrauen zu den Betrieben haben und ihnen so wie bisher die für ihre Arbeit dringend benötigten Betriebs- und Investitionsmittel zur Verfügung stellen. Diesen Appell richtete Wirtschaftskammerpräsidentin Sonja Zwazl an die Vertreter der Geldinstitute bei einem Unternehmertreffen, zu der die Bezirksstelle Purkersdorf die Wirtschaftstreibenden aus den sechs Gemeinden des Gerichtsbezirkes eingeladen hatte. Das gute Vertrauen zur Hausbank sei gerade in schwieriger gewordenen Zeiten ein unverzichtbarer Bestandteil sicherer Rahmenbedingungen, stellte sie fest.

Mehr denn je gelte es, betonte Bezirksstellenobmann Gerhard Riegler, wendig und flexibel zu sein und Netzwerke aufzubauen. Im Durchschnitt der letzten Jahre nimmt in den sechs Wienerwaldgemeinden die Zahl der Gewerbeberechtigungen jährlich um rund fünf Prozent zu. 2008 erhöhte sich ihr Stand um 150 Neugründungen auf 2.200. Die Wirtschaftsstruktur des Bezirkes ist stark dienstleistungsorientiert mit einem wachsenden Anteil von Einpersonenunternehmen in der Branche Information und Consulting.

Die Schaffung der Fußgängerzone habe zusammen mit der Bewältigung des Durchzugsverkehrs den Wachstumsprozess der Wirtschaft begünstigt und beschleunigt und die Attraktivität der Stadt für die Bevölkerung sprunghaft erhöht, stellte Riegler fest. Nicht zuletzt sei die Entwicklung der aufstrebenden Region von einem starken Schulwesen und von der "sehr professionellen Arbeit der Ortsmarketingvereine" geprägt, erklärte Riegler, der als Kaufmann im Großhandel tätig ist, dem NÖ Wirtschaftspressedienst. (mü)

http://wko.at/noe/purkersdorf



13.02.2009
Der "Zauber der Montur" kommt aus Brunn/Gebirge

Die als Kompetenzzentrum für Textilien in Brunn/Gebirge etablierte Heeresbekleidungsanstalt prüft jährlich in ihrem modernst eingerichteten textilchemischen und textilmechanischen Prüflabor 8.000 Artikel auf ihre Tauglichkeit. Der Schwerpunkt liegt auf der militärischen Verwendbarkeit der Materialien. Aber auch für die Polizei wird in Brunn/Gebirge gearbeitet. Kommandant Oberst Eduard Nagel betont im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst, dass sogar Kroatien und Litauen als Interessenten angeklopft hätten.

"Wir prüfen alle möglichen Materialien, die sich für die textile Verarbeitung eignen. In der Klima-, Brand- und Nässekammer werden die Umwelteinflüsse Wasser, Temperatur und Licht simuliert. Unsere 20 Mitarbeiter starke Produktentwicklung entwickelt und erstellt Prototypen, die sowohl im Labor, als auch im Feld von der Truppe eingehend erprobt werden. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die jeweiligen Ausschreibungen ein", berichtet Nagel.

In der Heeresbekleidungsanstalt, die insgesamt 106 Mitarbeiter beschäftigt, lagern derzeit 3.500 verschiedene Artikel. Allein der "Kampfanzug neu" besteht aus 74 verschiedenen Elementen. (mw)

http://www.bmlv.gv.at



13.02.2009
Wirte wĂĽrden gern mehr Fisch auf den Tisch bringen

Österreichs Gastronomiebetriebe würden gern mehr frisch gefangene Fische aus heimischen Gewässern zubereiten und den Gästen servieren, bestehende Gesetzesbestimmungen verbieten das jedoch. "Warum darf ich einem Jäger sein geschossenes Wild oder einem Schwammerlsucher seine gefundenen Pilze abkaufen und gleich in der Küche verarbeiten, einem Tagesfischer seine geangelten Forellen, Hechte oder Karpfen aber nicht?", fragt Norbert Payr, Chef des Gasthofs "Zum lustigen Bauern" aus Zeiselmauer bei Tulln.

Für Payr und seine Kollegen aus der Wirteszene, die Fischspezialitäten anbieten, ist die Regelung unverständlich, zumal "wir dem privaten Angler zumindest denselben Kilopreis für seinen Fang zahlen würden wie dem Fischzüchter". So aber landeten hierzulande frische Fische bester Qualität statt auf den Speisetellern der Restaurants in den Tiefkühltruhen der Haushalte, wo sie jahrelang lagern, bis sie ungenießbar geworden sind. Denn in Österreich komme noch ein besonderes Phänomen hinzu, weiß Payr zu berichten: "Neun von zehn Tagesfischern essen selbst überhaupt keinen Fisch."

Um das Bewusstsein für die Köstlichkeiten aus den heimischen Binnengewässern zu schärfen, ergreifen 15 gehobene Restaurants und Wirtshäuser entlang der niederösterreichischen Donau auch heuer wieder im März die Initiative "Donau.Fisch.Wein". Dabei servieren die Gastronomiebetriebe kulinarische Fischspezialitäten aus dem Strom - so z.B. Huchen, Wels, Hecht oder Schleie - gepaart mit den besten Weinen, die entlang der Donau gekeltert werden und geschmacklich ideal zu den jeweiligen Fischspeisen passen. "Die Aktion hat toll eingeschlagen. In ihrem Rahmen sind 2008 rund 1.000 Gäste in die Restaurants an der Donau gekommen", erklärt Payr. (mm)

http://www.donau-fisch-wein.at

http://www.zumlustigenbauern.at



13.02.2009
Stockerauer Forstprojekt macht Schule

Seit mehr als 20 Jahren gibt es im Rahmen des Vereins "Aktion Lebensraum Wald" das Forstprojekt Stockerau. Hier lernen Langzeitarbeitslose nicht nur das Arbeiten im Wald. Unterstützt und betreut von einem Sozialarbeiter haben sie auch die Möglichkeit, sich nebenbei in den verschiedensten Bereichen weiterzubilden. "Wir können unsere Transitarbeiter praktisch überall hin vermitteln, egal ob in Produktion, Verkauf, Lager, Dienstleistung, Gärtnereien, Gemeinden etc.", sagt Projektleiter Karl Roll im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Allerdings wird es im Zuge steigender Arbeitslosigkeit für die Verantwortlichen des Forstprojektes immer schwieriger, für ihre Mitarbeiter einen passenden Job zu finden. Daher wünschen sie sich mehr Möglichkeiten, das Projekt und ihre Arbeit bei mehreren Firmen vorzustellen.

Jahr für Jahr werden zwölf arbeitslose Männer für maximal ein Jahr in ein vom Arbeitsmarktservice und Land Niederösterreich gefördertes Dienstverhältnis im Forstprojekt aufgenommen. Etwa die Hälfte davon findet nach einem Jahr, oft auch schon früher, einen fixen Arbeitsplatz am freien Arbeitsmarkt. 33 Prozent des Lohns der Beschäftigten zahlt das Land Niederösterreich, zehn Prozent werden im Projekt erwirtschaftet, den Rest zahlt das Arbeitsmarktservice. Ein Projektleiter, ein Arbeitsanleiter, ein Sozialarbeiter und eine ebenfalls fix angestellte Teilzeitkraft bekommen ihr Gehalt vom AMS.

Die Auftragslage bezeichnet Projektleiter Karl Roll als sehr gut: "Wir hätten für 30 Leute Arbeit. Wobei die Aufnahme von Langzeitbeschäftigten kein Problem wäre, schwierig wird es nur, die Leute weiter zu vermitteln, wenn es weniger Arbeit gibt. Allerdings bräuchten wir dann mehr fix angestellte Schlüsselkräfte." Dafür ist derzeit jedoch kein Geld vorhanden.

Die wichtigsten Auftraggeber sind das Stift Klosterneuburg, die Forstverwaltung Reuss aus Ernstbrunn sowie etliche Gemeinden. Zu den Forstarbeiten zählen Kulturpflegearbeiten, Durchforstungen, Freischneiden von Forststraßen, diverse Aufforstungen sowie der Bau von Forsteinrichtungen, wie Hochständen, Futterkrippen und Nistkästen. Weitere Arbeitsangebote des Forstprojektes sind Grünraum- und Arealbetreuung, Holzartikelherstellung sowie verschiedene Renovierungs- und Schweißarbeiten.

In den letzten 20 Jahren arbeiteten ca. 300 Personen im Forstprojekt. Mit ihnen wurden rund 1.800 Hektar Kulturpflegearbeiten und Durchforstungen durchgeführt. Weiters wurden rund 80.000 Pflanzen und Jungbäume ausgesetzt sowie etwa 50.000 Laufmeter Wildzäune auf- oder abgebaut.

Der Erfolg des Stockerauer Forstprojektes liegt jedoch nicht nur in der sinnvollen Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen, sondern vor allem in ihrer Beratung und Betreuung durch geschulte Fachkräfte. Durch die lange Zeit ohne Arbeit befinden sich viele der Waldarbeiter oft in einer sehr schwierigen Lage. Um für den Arbeitsmarkt wieder fit zu werden, erhalten sie Unterstützung bei psychischen Problemen, Beratung in Fragen der Schuldenregelung, Hilfe bei Sucht- und Alkoholerkrankungen, Hilfestellung bei gerichtlichen Angelegenheiten, aber auch Nachqualifizierungen, Weiterbildung und nicht zuletzt Hilfe bei der Wohnungssuche.

Bis jetzt arbeiten nur Männer im Forstprojekt, obwohl immer wieder überlegt wird, auch Frauen zu beschäftigen. "Das Thema Frauen ist noch nicht vom Tisch", sagt Projektleiter Roll. "Die Stadtgemeinde Stockerau würde es unterstützen. Frauen könnten auch ohne weiteres hier mitarbeiten. Das Problem ist nur, dass die meisten von ihnen nicht 40 Stunden im Wald arbeiten können, weil sie Verpflichtungen gegenüber ihrer Familie und ihren Kindern haben." (knox)

http://www.alw-forstprojekt.or.at



13.02.2009
Erste Hilfe in der Bankenkrise

Erste Hilfe in der Bankenkrise, ohne dass Steuerzahler zum Handkuss kommen

Wie können die Banken ihre "giftigen Wertpapiere" loswerden? Die derzeitige Diskussion bewegt sich zwischen den Vorschlägen, entweder eine bad bank einzurichten, wohin die miesen Papiere transferiert werden, oder einem Ankauf dieser Papiere durch den Staat. Beides sind kostspielige Lösungen für die helfenden Hände, während die eigentlich verantwortlichen Banken auf diese Weise "aus dem Schneider" wären. Viel besser hingegen wäre eine Lösung, die die Banken nicht aus ihrer Verantwortung entlässt und ihnen trotzdem hilft.

Worin liegt das Problem für die Banken? In Wirklichkeit handelt es sich um ein Problem der Bilanzierung. Nach geltenden Regeln müssen die Banken-Verluste, die durch Entwertung bzw. Abwertung von Wertpapieren entstehen, die auf der Aktivseite der Bilanz aufscheinen, sofort abgeschrieben werden. Das geht zu Lasten zunächst des Gewinnes, sodann des auf der Passivseite der Bilanz stehenden Eigenkapitals. Übersteigen diese Abschreibungen das Eigenkapital, kommt es unweigerlich zum Konkurs der Bank - erzwungen durch an und für sich richtige Bilanzierungsregeln.

Der vorliegende Lösungsvorschlag setzt bei der sofortigen Abschreibungspflicht für Wertverluste an. Er beinhaltet eine zeitlich befristete Sonderregelung, die nur für die derzeitige außergewöhnliche Finanzkrise eine von den geltenden Bilanzierungsregeln abweichende Regelung für die bilanzielle Behandlung "giftiger Wertpapiere" durch das Gesetz vorsieht. Die ansonsten voll abzuschreibenden Wertpapierverluste werden in ihrer vollen Abschreibungshöhe auf einen "Aktivposten" umgebucht, der z.B. Zweifelhaftes Investment genannt werden könnte. Dieses auf der Aktivseite der Bilanz verbleibende Zweifelhafte Investment muss und soll abgeschrieben werden, jedoch über einen Zeitraum von mehreren - etwa fünf bis zehn - Jahren, so dass nicht mit einem Schlag der volle Wertverlust das Eigenkapital der Bank aufzehrt. Und dennoch bliebe die Risikoposition transparent. Die gesetzliche Sonderregelung müsste freilich festlegen, dass es sich hierbei nur um ein einmaliges Abschreibungsmodell handelt, dessen Wiederholung verboten ist.

Die Vorteile dieser Lösung liegen auf der Hand:

1. Die Banken werden vor einer unmittelbar drohenden Konkurssituation bewahrt.

2. Die Banken werden aus ihrer Verantwortung nicht entlassen.

3. Die öffentliche Hand ist nicht genötigt, "giftige Papiere" aufzukaufen.

4. Statt einer bad bank bliebe jedes bad investment in der Eigenverantwortung der Bank.

5. Der Staat und alle Betroffenen gewinnen Zeit und Handlungsspielraum.

6. Diese Sonderregelung ist gesetzestechnisch rasch machbar.

7. Eine Internationale Akkordierung ist anzustreben.

Der hier skizzierte Lösungsvorschlag zur Entschärfung der Bankenkrise erfordert eine vertiefende Diskussion, mit der es noch viele Detailfragen abzuklären gilt.

Dipl. Volkswirt Dr. rer. oec. Gerulf Stix

gerulf.stix@chello.at