NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1251 vom 25.10.2013

25.10.2013
FP-Waldhäusl: "Waldviertel-Autobahn muss ins Regierungsprogramm!"

“Wie schon der Semmering-Basistunnel darf auch die Waldviertel-Autobahn nicht an den anfänglichen Bedenken und hinhaltenden Verhinderungsstrategien scheitern. Dieses Projekt ist inzwischen zu einem überparteilichen Anliegen geworden, das man wegen seiner großen Bedeutung für die Zukunft der gesamten Region in das Arbeitsprogramm der neuen Bundesregierung aufnehmen sollte”, erklärte FPÖ-Klubobmann Gottfried Waldhäusl dem NÖ Wirtschaftspressedienst unter Verweis auf gleich lautende Stellungnahmen mit zum Teil sogar Beschlusscharakter aus dem Kreis der Wirtschaft und der Arbeitnehmervertretung.

Konkret nannte er in diesem Zusammenhang Bezirksparteiobmänner der ÖVP, Bezirksobmänner der Wirtschaftskammer, die Bauernkammer Waidhofen/Thaya sowie Funktionäre der Fraktion sozialdemokratischer Gewerkschafter sowie der Jungen Generation der SPÖ. “Auch sie sind der Meinung, dass das Waldviertel mit seiner unzureichenden Infrastruktur nicht länger als Stiefkind behandelt werden darf”, so Waldhäusl. Er nehme an, dass die SPÖ Niederösterreich in der SPÖ über so viel Einfluss verfüge, “um ihren Bundesvorsitzenden Werner Faymann dazu zu bewegen, eine Waldviertel-Autobahn ins Regierungsprogramm zu nehmen.”

Darin sieht Waldhäusl ein Gebot der Stunde, um zu verhindern, “dass das Waldviertel zu einer Wochenend-Ödnis verkommt.” Schon jetzt habe dieser Teil des Landes mit massiver Abwanderung von Firmen, aber auch der jungen Generation zu kämpfen. Eine hochrangige Verkehrsanbindung könne diesen Trend stoppen und außerdem zur Entlastung der Pendler und zu mehr Verkehrssicherheit beitragen. Für ihn ist es deshalb nur noch eine Frage der Zeit, “bis sich auch die letzten politischen Kleingeister zu dieser Entscheidung durchringen können.”

Das Ergebnis einer von Autobahngegnern in Auftrag gegebenen Meinungsumfrage, wonach eine Mehrheit die Autobahn ablehne, lässt Waldhäusl nicht gelten. Da sich Planung, Umweltverträglichkeitsprüfungen und die Bauarbeiten über viele Jahre hinziehen werden, sei es klar, dass ältere Menschen in diesem Projekt nur eine geringe oder gar keine persönliche Perspektive sehen und zusammen eine größere Personenzahl in der demographisch ältesten Region Österreich ausmachen als die Angehörigen der jüngeren Geburtsjahrgänge, die noch eine längere Lebenszeit vor sich haben. Hier dürfe sich die Politik nicht an der Momentaufnahme, sondern müsse sich am Bedarf der Zukunft orientieren. (mü)

http://www.fpoe-noe.at/landtagsklub



25.10.2013
Steinindustrie bemängelt den schlechten Straßenzustand

Die heimische Stein- und keramische Industrie kämpft derzeit mit Absatzproblemen, die in den Geschäftsjahren 2011 sowie 2012 auf niedrigem Niveau stagnierten. Heuer zeichnet sich vor allem bei Zulieferfirmen für den Hoch- und Tiefbau in Niederösterreich ein Minus von zehn Prozent in Menge und Umsatz ab, wie Fachgruppenobmann Raimund Hengl dem NÖ Wirtschaftspressedienst berichtet.

"Die öffentliche Hand hat keinen Willen bzw. kein Geld zum Bauen", so der Experte. "Ich vermisse aber eher den Bauwillen", sagt er, "weil Public-Private-Partnership-Projekte, wie etwa die Nordautobahn, jederzeit durchführbar waren." Großen Handlungsbedarf stellt er angesichts des "erschreckenden Zustandes" vieler Bundes- und Landesstraßen, vor allem in den Ballungszentren, fest. Hier herrsche seit Jahren die Devise: "Fleckerlteppich statt Sanierung".

Nicht begeistert ist die Branche vom enorm steigenden Verwaltungsaufwand. Eine Unzahl neuer Verordnungen und Erlässe fordere nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Behörden. Die immer länger werdenden Erledigungszeiträume und die damit verbundenen Rechtsunsicherheiten seien den Betrieben unzumutbar und daher inakzeptabel, so Hengl.

Viele Genehmigungsverfahren dauern oft zwei- bis dreimal so lang wie im vorgesehenen Normalfall, weil der Sachverständige keinen Termin frei hat oder die Verfahrenswege innerhalb der Behörden umständlich und ineffizient sind. "So ist ein von der Industrie schon lange gefordertes Konzentriertes Verfahren", sagt Hengl, "das verschiedene Rechtsmaterien zu einem Genehmigungsverfahren in einer Verhandlung zusammenführt, noch immer nicht umgesetzt."

Ein wichtiges Thema ist für Raimund Hengl die zunehmende Industriefeindlichkeit im Land. "Die Gewerbebehörde, die – wie der Name schon sagt - eine Behörde für die Gewerbetreibenden ist, mutiert zunehmend zu einer Kontroll- und Beschwerdestelle für jedermann", stellt er kritisch fest. So würden Einwände, die sich in mehreren Verfahrensgängen bereits als haltlos herausgestellt hätten, von selbsternannten Fachleuten und Umweltschützern immer wieder neu eingebracht und von der Behörde auch neu bearbeitet. Dabei stelle sich heraus, dass sich ein solches Genehmigungsverfahren über Jahre ziehen kann, während die Beschwerde eines wachsamen Bürgers schon in kurzer Zeit eine Betriebsprüfung auslöst.

Die Fachgruppe der Stein- und keramischen Industrie der NÖ Wirtschaftskammer besteht aus 15 Berufsgruppen. Dazu zählen die Beton- und Betonfertigteilindustrie, Feinkeramische Industrie, die Natursteinindustrie, die Transportbetonindustrie und die Zementindustrie. Insgesamt 86 aktive Betriebe beschäftigen 3.122 Mitarbeiter und 50 Lehrlinge. (dsh)

http://wko.at/noe/steinundkeramik

http://www.baustoffindustrie.at



25.10.2013
Niederösterreicher sind die größten Energieverbraucher

In keinem anderen Bundesland wird so viel Energie verbraucht wie in Niederösterreich. Wie aus der von der Statistik Austria veröffentlichten Gesamtenergiebilanz hervorgeht, lag 2011 die von gewerblichen Betrieben, der Landwirtschaft und den privaten Haushalten in Niederösterreich verbrauchte Energiemenge - der Energetische Endverbrauch (EEV) - bei fast 237.000 Terajoule. Das sind knapp 22 Prozent des österreichischen EEV, der 2011 rund 1,1 Millionen Terajoule ausgemacht hat.

Ähnlich viel Energie wie in Niederösterreich wird im Bundesländervergleich nur noch in Oberösterreich (230.000 Terajoule) verbraucht. Die Steiermark (169.000 Terajoule) und Wien (136.000 Terajoule) folgen bereits mit erheblichem Abstand, entnimmt der NÖ Wirtschaftspressedienst der Statistik Austria-Studie.

Obwohl die erneuerbaren Energieträger, wie Wasser- und Windkraft, Solar- und Biomasseenergie, in jüngster Vergangenheit einen beachtlichen Aufschwung genommen haben, stammen in Niederösterreich noch immer 103.000 Terajoule oder 43 Prozent des landesweiten EEV aus dem fossilen Energieträger Erdöl. Auf die Öko-Energieträger sind 2011 knapp 31.000 Terajoule (13 Prozent des EEV) entfallen. (mm)

http://www.statistik.at



25.10.2013
Betätigungsfeld der Bestatter wird immer breiter

Obwohl noch zwei Monate bis zum Jahreswechsel verstreichen werden, steht schon jetzt fest, dass heuer die Zahl der Feuerbestattungen abermals steigen wird. Katharina Strack, Innungsmeisterin der Bestatter in der NÖ Wirtschaftskammer, gab dem NÖ Wirtschaftspressedienst einen Überblick, der zeigt, was erlaubt ist und welche Möglichkeiten der Feuerbestattung es gibt.

"Immer mehr Menschen wollen eine Individualbestattung. Vieles ist möglich, aber eines ist trotz zunehmender Angebote ganz klar in Niederösterreich verboten, das Verstreuen der Asche", stellt Strack fest. Nur mit der Bewilligung des Bürgermeister darf man die Urne nach Hause nehmen.

• In einzelnen Abschnitten der Donau ist mit der Bewilligung der Gemeinde die Beisetzung erlaubt. In Wien-Mauerbach wiederum gibt es die Möglichkeit der Baumbestattung.

• In Budapest kann man eine Wasserfontänenbestattung buchen. In einer silbernen Spezialurne wird die Asche in die Wasserfontänen eingebracht und so in den Kreislauf der Natur zurückgeführt.

• Bei der Weltraumbestattung werden sieben Gramm Asche in eine Miniatur-Urne gegeben und mit Satelliten in eine 550 bis 800 Kilometer hohe Umlaufbahn geschossen. "Durch die Reibungshitze verglüht die Urne, und die einzelnen Teile nähern sich der Erde wie Sternschnuppen", berichtet die Innungsmeisterin.

• Bei der Diamantbestattung wird ein Teil der Asche zu einem Diamanten transformiert. Das ist ab 0,4 Karat möglich. Auf Wunsch kann aber die Asche in der gleichen Form auch in Rubine und Saphire eingearbeitet werden.

• Schließlich kann man den Verstorbenen auch auf dem Mond "abgeben": Die Mondbestattung platziert die Asche auf der Mondoberfläche.

Auch wenn es darum geht, das Andenken von Verstorbenen zu bewahren, bieten die Bestattungsinstitute ihre Dienste an. Zum Beispiel Erinnerungsmasken. "Das ist eine ganz alte Tradition, mit der Gesicht oder Hand des Verstorbenen dargestellt werden können", betont Strack. Eine jüngere Form seien die Fingerabdruckamulette. Hier wird der einzigartige Fingerabdruck des Menschen in verschiedenen Schmuckstücken in Gold oder Silber gegossen.

Grundsätzlich steht jeder der 134 Mitgliedsbetriebe der Innung der Bestatter der NÖ Wirtschaftskammer für Auskünfte und Rat zur Verfügung. Noch zu Lebzeiten sollte besprochen werden - so der Rat von Katharina Strack -, was konkret gewünscht wird. Immerhin ist sogar im NÖ Leichengesetz verankert, dass sich die Bestattungsart - Erd- oder Feuerbestattung - nach dem Willen des Verstorbenen richtet. (jm)

http://wko.at/noe/bestatter



25.10.2013
Tschechen wollen Donau-Oder-Elbe-Kanal bauen

Bei einem kürzlich abgehaltenen Treffen mit Bundespräsident Heinz Fischer in Krumau hat der tschechische Staatspräsident Milos Zeman wieder einmal den Donau-Oder-Elbe-Kanal (DOEK) als großes Verkehrswegeprojekt zwischen den beiden Nachbarländern zur Sprache gebracht. "Österreich, Tschechien und auch Polen sind sich einig, dass diese Wasserstraße zur wirtschaftlichen Entwicklung der beteiligten Staaten beitragen kann", erklärte Zeman. Freilich sei der DOEK ein langfristiges Projekt und seine Realisierung "keine Frage von wenigen Jahren."

Weil vor allem die Schwerindustrie in Nordmähren und Schlesien ihre Transporte mit dem kostengünstigen Binnenschiff abwickeln will und deshalb auf den Bau des DOEK drängt, arbeitet das tschechische Verkehrsministerium nun zunächst eine Machbarkeits- und Umweltverträglichkeitsstudie aus, die bis Ende 2014 abgeschlossen sein soll. Der Projektbetreiber, die tschechische Verwaltung der Wasserwege RVC, geht jedenfalls davon aus, dass der insgesamt 370 Kilometer lange, bis zu 40 Meter breite und 2,80 Meter tiefe Kanal rund 15,7 Milliarden Euro kosten wird.

Interessant aus niederösterreichischer Sicht: Im Zeitplan zur Verwirklichung des Megaprojekts ist in der ersten Etappe bis zum Jahr 2039 die "Anbindung von Südmähren an die Donau" vorgesehen. Ob die künstliche Wasserstraße dabei durch die Slowakei bis Bratislava oder durch das Weinviertel und das Marchfeld bis zur Wiener Lobau verlaufen soll, lässt die RVC offen. Wie der NÖ Wirtschaftspressedienst den Planungsunterlagen entnimmt, gibt es sogar eine Trassenvariante, die den DOEK auf österreichischem Gebiet parallel zu Thaya und March von Bernhardsthal über Rabensburg, Hohenau, Drösing und Dürnkrut bis Angern/March führt. (mm)

http://www.d-o-l.cz

http://www.rvccr.cz



25.10.2013
Innovationen sind der NĂ– Wirtschaftsmotor

Dass Innovationen der entscheidende Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit der blau-gelben Wirtschaft sind, bekräftigte Landesrätin Petra Bohuslav anlässlich der heurigen Verleihung des NÖ Innovationspreises, dem Karl-Ritter-von-Ghega-Preis, in der Burg Perchtoldsdorf an die Firma Wimtec aus Ferschnitz. Auch Sonja Zwazl, Präsidentin der NÖ Wirtschaftskammer, schließt sich dem an und sieht in der niederösterreichischen Innovationskraft die Bausteine des Fortschritts und des Wirtschaftswachstums.

”Weil Innovationen den Erfolg von Morgen schaffen, betreibt das Land Niederösterreich konsequent mit der Förderung der Forschung eine aktive Standortpolitik, die den Betrieben ein optimales Umfeld schafft”, so Bohuslav. Für Zwazl sind Erfindungen ein unverzichtbares Erfolgskonzept für alle Firmen und Branchen: “Daher unterstützen wir gemeinsam mit dem Land Niederösterreich über die Technologie- und Innovationspartner (TIP), die jährlich rund 1.000 Beratungen durchführen, unsere Mitglieder intensiv.”

Bereits zum 26. Mal ist der Karl-Ritter-von-Ghega-Preis heuer verliehen worden. Aus insgesamt 43 Einreichungen ging der Preis in der Kategorie ”Innovationen für den Konsumenten” sowie auch der Gesamtsieg an die Wimtec Elektronische Steuerung- und Messgeräte GmbH aus Ferschnitz für den AquaCupSence, eine Sanitärarmatur aus Glas, die ähnlich wie ein Smartphone gesteuert wird.

Gewinner der Kategorie ”Innovationen für die Wirtschaft” wurde die Engel Austria GmbH in St. Valentin in Würdigung einer Spritzgießmaschine, die weniger Energie verbraucht sowie leiser und noch effizienter arbeitet. In der Kategorie ”Innovationen für die Wirtschaft” - Betriebe bis zehn Mitarbeiter - erlangte die Firma roman steindl new starch aus Zwettl den Preis mit einem neuen Stärkeapplikationsverfahren für die Papierindustrie. In der Kategorie ”Innovationen aus Forschungseinrichtungen” wurde die acib GmbH aus Tulln für Biolacke, ungiftige Anstriche im Wohnbereich, ausgezeichnet. (hm)

http://www.innovationspreis-noe.at

http://www.tip-noe.at

http://www.infinoe.at



25.10.2013
Gießereibetriebe kämpfen gegen die Stagnation an

Obwohl der Bedarf an Gussprodukten weltweit steigt, stagniert die Auslastung der Gießereiunternehmen in Österreich, wie derzeit aber auch in Europa. Laut Peter Maiwald, dem Obmann der österreichischen Gießereiindustrie, ist die Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Unternehmen gegenüber Deutschland und der stark wachsenden Türkei gesunken. Die Lohnstückkosten seien gestiegen, weil die Produktivitätsentwicklung mit der Kostenentwicklung nicht Schritt halten könne.

Die Gießereibranche zählt zu den Industrien mit der größten Wertschöpfung. Trotz des hohen Automatisierungsstandes sind die Personalkosten der größte Kostenblock geblieben. "Im Gegenzug ist die Nettojahresarbeitszeit über die Jahre gesunken und zählt im internationalen Vergleich zu den tiefsten", stellt Maiwald gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst fest. Beispielsweise hätten Schweizer Gießereiunternehmen überwiegend bessere Produktivitätskennzahlen, weil dort die Zahl der Jahresarbeitsstunden um einiges höher läge als in Österreich.

"Fakt ist, die Auslastung unserer Gießereiunternehmen ist im Jahr 2012 gegenüber 2011 gesunken und bis dato nicht wieder angestiegen. Für das laufende Jahr rechnen wir mit keiner wirkungsvollen Erholung", sagt Maiwald. Die Auftragseingänge seien kein guter Gradmesser, weil es sich überwiegend um langfristige Rahmenverträge handle, deren Einhaltung ausschließlich von der gesamten Wirtschaftsentwicklung abhänge. "Nach wie vor liegen wir unter dem Niveau von 2008 beim Umsatz und Auftragseingang."

Die Zukunft der Branche sieht Obmann Maiwald mit gemischten Gefühlen. Die Gießereiindustrie sei eine Branche mit sehr komplexen Technologien, was von den Mitarbeitern besonders viel Erfahrung und Know-how verlange. Trotz der langen Tradition haben sich die Technologien in der Gießereiindustrie in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt. Dieser Trend werde sich fortsetzen. Zirka 80 Prozent der Produkte werden an die Fahrzeugindustrie geliefert, wo es weniger Energieverbrauch und Abgaswerte zu bewältigen gelte.

"Es muss uns auch in Österreich gelingen, wettbewerbsfähigere Rahmenbedingungen zu schaffen und den Trend zu noch kürzeren Arbeitszeiten umzudrehen", sagt Maiwald. "Schließlich sind wir vom Export abhängig und müssen zur Kenntnis nehmen, dass sich unser Umfeld seit 2008 stark verändert hat." Die Chance liege jedenfalls in der kontinuierlichen Neu- und Weiterentwicklung von Gießereiprodukten. Das Österreichische Gießerei-Institut in Leoben stehe dabei als spezialisiertes ACR Institut hilfreich zur Seite.

In Österreich gab es 2012 45 Gießerei-Unternehmen, die 7.000 Mitarbeiter beschäftigten. Bei einer Exportrate von 80 Prozent betrug der Umsatz 1,4 Milliarden Euro. Derzeit gibt es in Niederösterreich 12 Gießereibetriebe, die 2.225 Mitarbeiter beschäftigen. Davon werden 94 Lehrlinge ausgebildet. (dsh)

http://www.diegiesserei.at



25.10.2013
NĂ–M-Haltbarmilch geht im Schiffscontainer auf Reisen

Nach der Veräußerung ihrer verlustbringenden britischen Molkerei NOM Dairy UK an die Augsburger Müller-Gruppe will der Badener Milchverarbeiter NÖM nun noch ein weiteres Sorgenkind im Ausland - das Tochterunternehmen TOV Regionprodukt in Gnidin in der Ukraine - abstoßen. "Die Immobilie steht zum Verkauf", erklärt NÖM-Vorstandssprecher Alfred Berger. Wegen fortdauernder Markt- und Währungsschwierigkeiten in der Ukraine hatte die NÖM AG das Werk Gnidin nie in Betrieb genommen.

Durchstarten wollen die Badener hingegen im Export. Wie Berger in einem Interview mit dem Handels-Fachmagazin "Regal" mitteilt, habe die NÖM eine neue Haltbarmilch-Technologie entwickelt, mit der man Milchprodukte auch in weiter entfernte Länder liefern kann. "Damit können wir unseren Aktionsradius auch auf Nordafrika, den Nahen Osten und sogar China ausdehnen", erklärt der Vorstandssprecher. Bereits Anfang 2013 hat die NÖM den ersten Container mit Milchprodukten nach China verschifft.

Schon jetzt ist der Nahrungsmittelerzeuger mit seiner Produktpalette in 23 Ländern Europas vertreten. Der Exportanteil liegt bei 45 Prozent. Beliefert wird das Unternehmen, das mehrheitlich der Raiffeisen Holding NÖ-Wien gehört, von der Milchgenossenschaft NÖ. Diese vertritt fast 4.000 Milchbauern aus Niederösterreich, der Steiermark und dem Burgenland.

Hatte die NÖM im abgelaufenen Geschäftsjahr noch 395 Millionen Euro erwirtschaftet, peilt das Unternehmen heuer nach dem Wegfall der Erlöse aus Großbritannien mehr als 320 Millionen an. In der Zentrale in Baden sowie an weiteren Standorten in Zwettl, Hartberg und bei den Vertriebsniederlassungen im Ausland beschäftigt die NÖM 760 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. (mm)

http://www.noem.at



25.10.2013
NÖ Buchenholz wärmt Stube daheim und Pizzaöfen in Neapel

Knapp am Beginn einer neuen Heizperiode meldet sich Felix Montecuccoli, Präsident der Land- und Forstbetriebe Österreichs, der auch als Forstwirt tätig ist, mit Tipps für alle zu Wort, die mit Holz heizen. Die Buche, die in niederösterreichischen Wäldern reichlich nachwächst, ist aufgrund ihrer Eigenschaften das wichtigste Brennholz. Ihr folgen die Harthölzer Eiche und Esche sowie die Weichhölzer Fichte und Lärche.

“Das Buchenholz hat nicht nur einen hohen Heizwert, sondern auch angenehme ätherische Öle. Diese Zusammensetzung bewirkt, dass Buchenholz gern zum Räuchern von Lebensmitteln eingesetzt wird”, sagt Montecuccoli im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Insbesondere nach Italien werde viel Buchenholz aus Niederösterreich exportiert. Das brauche man dort für die Pizzaöfen. Daher treffe man in Florenz, Rom und Neapel immer wieder Pizzaöfen aus niederösterreichischer Buche an.

Die Buche habe nur einen Nachteil. Sie müsse in zwei bis drei Jahren verheizt sein, sonst verliere sie massiv an Heizwert. Grundsätzlich müsse jedes Brennholz zumindest einen Sommer lang lagern, möglichst noch einen zweiten Sommer lang, bis es ganz trocken ist. Montecuccoli nennt ein Beispiel: “Wer ein Wochenendhäuschen besitzt und dort nur wenig Holz verbraucht, sollte auf Buchenholz in großer Menge, das vielleicht günstig im Angebot war, verzichten. In einem solchen Fall ist es besser, Eichenholz anzuschaffen.”

Apropos Preis: Derzeit kostet ein Raummeter Scheitholz im Durchschnitt 65 Euro, ofenfertiges Brennholz 90 bis 100 Euro pro Raummeter. Die Buche liegt stets im höheren Bereich. “Preissteigerungen wird es in diesem Winter nicht geben”, sagt Montecuccoli. Allerdings werden Preisanpassungen 2014 voraussichtlich notwendig sein, “die im Bereich der Inflationssteigerung liegen”. (jm)

http://www.landforstbetriebe.at

http://www.montecuccoli.at



25.10.2013
Initial Austria nĂĽtzt neue Marktchancen

Auf ihren Standorten in Amstetten, Wiener Neudorf sowie Raab/Schärding setzt die Initial Austria GmbH mit Textilservice, Waschraumhygiene, Betriebshygiene und Schädlingsbekämpfung 38 Millionen Euro um. Die Konzerntochter der in London ansässigen und weltweit tätigen Rentokil Initial beschäftigt 357 Mitarbeiter und ist auch für die Märkte in Ungarn und Slowenien zuständig. Die Kunden kommen aus dem Gesundheitswesen und der Industrie.

“Pro Tag säubern wir durchschnittlich 33 Tonnen Textilien”, berichtet Martin Führer, Direktor für Verkauf und Service, dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Damit erwirtschaftet man fast die Hälfte des Umsatzes. Trotz einer guten Auftragslage ortet Führer einen stagnierenden Markt mit leichten Überkapazitäten, was den Verdrängungswettbewerb in der Branche verstärke.

“Zusätzlich sind wir durch den Kostendruck im Gesundheitswesen mit einer Bündelung des Ausschreibungsvolumens konfrontiert, was den Druck auf die Margen erhöht”, sagt Führer. Im Markt der OP-Textilien werde der Konkurrenzkampf zwischen den Einweg- und Mehrwegprodukten schärfer. Generell jedoch sei im Gesundheitswesen ein Trend zur Textilienvollversorgung zu erkennen, was neue Chancen schaffe.

“Mittelfristig sehen wir einen wachsenden Markt auch in der Pflege daheim. Und auch im Industriesegment”, sagt Führer. Dort wollen die Kunden beste Qualität und mehr Sicherheit. Das gelte für einfache Berufsbekleidung ebenso wie für hochtechnische persönliche Sicherheitsbekleidung und insbesondere für Reinraum-Textilien, die man in der Mikroelektronik- und Pharmaindustrie braucht. Auch in der industriellen Lebensmittelproduktion steige aufgrund neuer gesetzlichen Richtlinien dieser Bedarf kontinuierlich. (dsh)

http://www.initial.at



25.10.2013
Metallbauwerkstätte baut Urnengräber aus Glas und Stahl

Die Metallbauwerkstätte in Tresdorf im Bezirk Korneuburg bietet als künstlerische Novität Urnengräber aus Glas und Stahl an. Mit der Verbindung von klarem Glas mit rostigem, versiegelten Stahl will Firmenchef Gerhard Fischer zwei Botschaften vermitteln - das durchsichtige Glas für das ewige Jenseits und den rostigen Stahl für die überwundene Vergänglichkeit. Die erste kleinere Anlage, eine Kombination aus fünf Urnengräbern, kann im Friedhof von Leobendorf besichtigt werden.

“Mein Wunsch wäre es, einen Bürgermeister zu finden, der einen Friedhofspark damit ausstattet”, erklärt Gerhard Fischer gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Das Ungewöhnliche an den Gräbern ist, dass die Urnen sichtbar und nah beim Besucher sind. Die Vergabe der Urnengräber erfolgt über die Gemeinde, beschriftet und geschlossen werden sie von der Metallbauwerkstätte.

Ein anderes, bereits sehr bekanntes Kunstwerk des Tresdorfer Unternehmens ist die Schafherde im Kreisverkehr an der Wiener Aussenring-SchnellstraĂźe S1 Richtung Stetten. Sie wurde von Gerhard Fischer und seinem Team geplant, gearbeitet und privat bezahlt.

Seit sechs Jahren gibt es die Metallbauwerkstätte im Industriegebiet von Tresdorf. Seitdem konnte die Geschäftsleitung den Umsatz um rund 50 Prozent auf jährlich 4,5 Millionen Euro und die Mitarbeiterzahl von 25 auf derzeit 40 steigern.

Schwerpunkt der Tätigkeit des Unternehmens sind individuelle maßgeschneiderte Metallarbeiten im Hochbau, wie Geländer, Vordach-Konstruktionen sowie Stiegengeländer im Außen- und Innenbereich. “Dabei forcieren wir die Kombination von Metall und Glas, das ist unsere Stärke”, sagt Gerhard Fischer. Großen Wert legt er auf Individualität, so dass kein Stück ein zweites Mal produziert wird.

Hauptkunden der Metallbauwerkstätte sind große Baufirmen, wie Porr, Strabag, Dywidag, Architekten und Genossenschaften. Einer der letzten großen Aufträge für rund 700.000 Euro wurde für die Wohnhausanlage beim alten Wiener Nordbahnhof erledigt. (knox)

http://www.metallbauwerkstaette.at



25.10.2013
Audio-Thema: Trendumkehr in Laa durch Miteinander von GroĂź- & Kleinbetrieben